Der rumänische E-Commerce-Markt ist fast 6 Mrd. Euro wert. Dabei macht das Modesegment den größten Umsatzanteil aus, gefolgt von den Produktkategorien Elektronik und Medien. Rund 2,2 Mio. Menschen beheimatet Rumäniens Hauptstadt und größter Ballungsraum Bukarest. Etwa 70 % der Rumäninnen und Rumänen kaufen regelmäßig online ein, viele von ihnen haben die Vorteile des E-Commerce im Pandemie Jahr 2020 zum ersten Mal für sich entdeckt. Welche Merkmale, Stärken und Chancen den E-Commerce in Rumänien kennzeichnen, zeigen wir hier.

Zahlen & Fakten

Das südosteuropäische Land Rumänien liegt am Schwarzen Meer und erstreckt sich in nordwestlicher Richtung über eine Fläche von knappen 240.000 km2 bis zum Karpatenbecken an der Grenze zum Nachbarland Ungarn. Rumänien grenzt an weitere vier Staaten: im Norden an die Ukraine, im Nordosten an Moldawien, im Süden an Bulgarien und im Südwesten an Serbien. Das Land, das ungefähr so groß wie Großbritannien ist, beheimatet etwa 20 Mio. Menschen und ist das sechstgrößte in der EU nach Einwohnerzahl. Von diesen leben 54,08 % in der Stadt. Damit landet Rumänien auf dem vorletzten Platz in der Liste der EU-Länder nach Urbanisierungsgrad und kommt gleich nach Slowenien (54,82 %) und vor der Slowakei (53,73 %).

Die zentral gelegene Region Siebenbürgen und die mit dem Nachbarland Bulgarien geteilte Region Dobrudscha am Schwarzen Meer beheimaten etwa ein Drittel der rumänischen Bevölkerung. Die Hauptstadt Bukarest liegt im Süden Rumäniens und ist mit 1,8 Mio. Einwohnerinnen und Einwohnern die größte Stadt des Landes und die siebtgrößte in der EU nach dem deutschen Stadtstaat Hamburg und vor der polnischen Hauptstadt Warschau. Wenn man aber die Einwohnerinnen und Einwohner mitzählt, die im Ballungsraum Bukarests insgesamt leben, zählt Rumäniens Hauptstadt rund 2,2 Mio. Menschen. Weitere wichtige Großstädte sind Iași (388.000), Cluj-Napoca (327.000), Timișoara (323.000) und Constanța (310.000).

Rumänien wurde 1944 durch die sowjetischen Truppen besetzt und nach Kriegsende zum Satellitenstaat der Sowjetunion. Über vierzig Jahre lang blieb das Land unter kommunistischer Herrschaft. Der Mauerfall 1989 bedeutete auch das Ende des Regimes durch Nicolae Ceaușescu, woraufhin es im Land erstmals wieder freie Wahlen gab. 2004 trat die semipräsidentielle Republik dem Atlantischen Bündnis bei, drei Jahre später wurde sie zum Mitgliedsstaat der Europäischen Union.

Dem Ende der kommunistischen Herrschaft folgte in Rumänien auch eine Neugestaltung der administrativen Organisation der Republik, für deren Verwaltung heute 41 Kreise sowie die Hauptstadt Bukarest zuständig sind. Verglichen mit den deutschen Bundesländern sind die rumänischen Verwaltungseinheiten wesentlich kleiner und verfügen über einen viel geringeren Entscheidungs- und Befugnisraum: schließlich ist Rumänien zentralistisch und nicht föderalistisch organisiert.

Rumänisch ist die offizielle Sprache des Landes und wird von etwa 90 % der rumänischen Bevölkerung in mehreren regionalen Varianten gesprochen. Die rumänische Standardsprache basiert auf der dakorumänischen Variante, die im nördlichen rumänischen Sprachareal einheimisch ist und über die Grenzen des Landes hinaus auch im Nachbarland Moldawien gesprochen wird. Varietäten des Rumänischen werden auch im südlichen Balkan und in Teilen Griechenlands (Aromunisch und Meglenorumänisch) sowie in Teilen Istriens in Kroatien (Istrorumänisch) gesprochen. Die ungarische Sprache wird in Rumänien von über einer Million Sprecherinnen und Sprechern gesprochen, welche somit die zweitwichtigste Sprachgruppe im Land bilden. Die indoarische Sprache Romani ist die indigene Sprache der gleichnamigen ethnischen Gruppe und zählt in Rumänien ebenfalls viele Sprecherinnen und Sprecher. Auch gesprochen, vor allem in grenznahen Gebieten Rumäniens, sind die Sprachen der Nachbarländer, insbesondere die slawischen Sprachen Ukrainisch und Serbisch.

Für eine reibungslose Kommunikation bei grenzüberschreitenden Geschäftsbeziehungen sorgen die englische und die französische Sprache, welche an rumänischen Schulen und höheren Bildungseinrichtungen traditionell unterrichtet werden. Im Schuljahr 2018-2019 lernten etwa 547.000 rumänische Schülerinnen und Schüler Englisch, 72.000 Französisch. Deutsch als Fremdsprache war hingegen mit etwas mehr als 6.000 Lernenden landesweit weniger beliebt.

Rumänien liegt einige tausende Kilometer östlich von Deutschland, wodurch sich ein minimaler Zeitunterschied von einer Stunde ergibt. Wenn in Berlin 12 Uhr ist, ist es in Bukarest also schon 13 Uhr. Auch in Rumänien, wie in Deutschland und den meisten europäischen Ländern, wird die Uhr im Sommer während der Sommerzeit eine Stunde vorgestellt.

Der rumänische Leu (RON) ist die Währung in Rumänien. Die rumänische Währung unterteilt sich in 100 Bani. Aktuell (21.07.2021) entspricht 1 rumänischer Leu 0,20 Euro.

Trends & Einblicke

Mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von rund 218 Mrd. US-Dollar im Jahr 2020 kommt Rumänien auf Platz 17 in der Liste der EU-Mitgliedsstaaten nach BIP, gleich nach Finnland und vor Portugal und Tschechien. In den letzten Jahren verzeichnete Rumänien einige der höchsten Wachstumsraten in der EU: 4,7 % im Jahr 2016, 7,3% im Jahr 2017, 4,4 % im Jahr 2018 und 4,1 % im Jahr 2019. Im Jahr 2019 verzeichnete Rumänien ein BIP in Kaufkraftstandards (KKS) pro Kopf von 9.110 US-Dollar, 2014 lag der Wert auf 7.040 US-Dollar. Die rumänische Wirtschaft wuchs somit im Zeitraum 2014-2019 von ungefähr 30 %, dreimal so schnell wie die EU28 insgesamt (2014: 26.170 USD; 2019: 28.650 USD; Quelle: Eurostat).

Am Ende des zweiten Weltkriegs war Rumänien noch überwiegend von der Landwirtschaft abhängig. Das kommunistische Regime setze eine massive Industrialisierung des Landes um, wobei der Ausbau der Metallurgie, der chemischen Produktion und des Maschinenbaus priorisiert wurde. Rumänien wurde zu einem Industrieland. Der Beitrag der Industrie zur Wirtschaft stieg von 35,2 % im Jahr 1938 auf 68,3 % im Jahr 1986. Nach der Auflösung der Sowjetunion wurde ein langsamer Übergang zur freien Wirtschaft eingeleitet, der sich erst Ende der 1990er Jahre abschloss und Rumänien in eine moderne Marktwirtschaft verwandelte. Heute ist Rumänien ein interessantes Ziel in Mittel- und Osteuropa für ausländische Direktinvestitionen. Insgesamt wurden in das Land seit 1989 mehr als 170 Mrd. US-Dollar investiert.

138 international tätige Unternehmen im Bereich der Herstellung von elektronischen Komponenten hatten 2016 ihren Sitz in Rumänien. Es überrascht also nicht, dass die Elektromaschinenindustrie für die größten Umsätze im südosteuropäischen Land am Schwarzen Meer verantwortlich ist. Im Jahr 2020 wurden aus Rumänien elektrische Maschinen und Geräte im Wert von ungefähr 11,6 Mrd. Euro exportiert. Etwa 10,6 Mrd. Euro Umsatz generierte im selben Jahr der Export von Fahrzeugen, mit Ausnahme der Eisenbahn- und Straßenbahnfahrzeuge. Ebenfalls hohe Umsätze, auch wenn deutlich geringere im Vergleich zu den ersten zwei Produktkategorien, erzielte der Export von mechanischen Maschinen und Geräten, darunter von Heizkesseln (6,8 Mrd. Euro), sowie von medizinischen Geräten (2,2 Mrd. Euro), Möbeln (2,2 Mrd. Euro) und Getreide (2,1 Mrd. Euro). Zu den nach Rumänien am meisten importierten Produkte im Jahr 2020 zählten ebenfalls elektrische (12,6 Mrd. Euro) sowie mechanische (9,9 Mrd. Euro) Maschinen und Geräte, Fahrzeuge (7,2 Mrd. Euro), Mineralöl und Mineralölprodukte (4,1 Mrd. Euro), Plastikgegenstände (4,1 Mrd. Euro) und pharmazeutische Produkte (3,7 Mrd. Euro).

Die stark eingeschränkte Mobilität sowie die Umstellung auf Telearbeit und Fernunterricht im Pandemiejahr 2020 pushten den rumänischen E-Commerce weiter nach oben, der bereits im vorigen Jahr über 4 Mrd. Euro wert war und dessen Wert sich heute auf die knappen 6 Mrd. Euro beläuft. Den größten Umsatz im Betrachtungszeitraum 2017-2025 generierte hier mit rund 943 Mio. US-Dollar das Modesegment, gefolgt von der Produktkategorie Elektronik & Medien mit einem Umsatz von rund 607 Mio. US-Dollar. Im Jahr 2020 machten diese zwei Segmente 40 % bzw. 26 % des gesamten rumänischen E-Commerce-Umsatzes. Zum restlichen Umsatz trugen die Segmente Lebensmittel & Körperpflege, Hobby- & DIY-Produkte und Möbel & Haushaltsgeräte mit einem Anteil von respektive 14 %, 11 % und 9 % bei.

Etwa 8,3 Mio. Rumäninnen und Rumänen kauften im Jahr 2020 mindestens einmal online ein. Dies entspricht etwa 43 % der rumänischen Bevölkerung. Bis 2025 soll der Anzahl der rumänischen Konsumentinnen und Konsumenten, die online einkaufen, weiter auf 10,7 Mio. ansteigen. Somit soll die E-Commerce-Penetrationsrate auf fast 57 % steigen. Konsumentinnen und Konsumenten im Alter von 35 bis 44 Jahren bilden die größte Zielgruppe auf dem rumänischen E-Commerce-Markt und waren für 25,56 % der Onlineeinkäufe im Jahr 2020 verantwortlich. Das jüngere Segment der 25- bis 34-Jährigen lag mit 25,35 % nur 0,21 Prozentpunkte dahinter. 50,8 % der Onlineeinkäufe im Jahr 2020 wurden von Frauen, 49,2 % von Männern getätigt.

33 % der im Jahr 2020 befragten Rumäninnen und Rumänen gaben an, lieber online als im Geschäft einzukaufen, weil die Produkte online günstiger seien. Rabatte und Preisermäßigungen seien für weitere 30 % der Grund gewesen, der sie zum Onlinekauf animiert hat, während 29 % erklärten, regelmäßig online einzukaufen. 23 % gaben an, erst durch den Lockdown zum Onlinekauf gezwungen gewesen zu sein, mittlerweile aber die Vorteile des E-Commerce für sich entdeckt zu haben und weiterhin online einkaufen zu wollen.

Im Jahr 2020 hatten 69,94 der Rumäninnen und Rumänen Zugang zum Internet und es wird geschätzt, dass die Internetpenetrationsrate im südosteuropäischen Land bis 2025 weiter auf 77,62 % der Gesamtbevölkerung ansteigen wird. Fast alle Rumäninnen und Rumänen, die Zugang zum Internet haben, besitzen ein Smartphone. Die Smartphonepenetrationsrate in Rumänien soll ebenfalls um etwa 13 % von 63,27 % im Jahr 2020 auf 76,37 % im Jahr 2025 steigen.

Den höchsten Anteil an Onlinezahlungen im Jahr 2019 verzeichnete die Hauptstadt Bukarest mit insgesamt 43 %, gefolgt von den Großstädten Cluj und Timis mit einem Anteil von 11 % bzw. 7,5 %. Etwa 70 % der im Jahr 2020 befragten Rumäninnen und Rumänen gaben an, für Onlinezahlungen lieber aufladbare Geldkarten als die Kredit- oder die Debitkarte zu verwenden. Letztere würden rumänische Onlineshopperinnen und -shopper nicht häufiger als einmal im Monat verwenden. Nur 3 % verwenden die Debitkarte für alltägliche Transaktionen im Internet. Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich hingegen Handy und Smartwatch, welche von etwa einem Drittel der Rumäninnen und Rumänen als Zahlungsmittel eingesetzt werden.

Der größte Player auf dem rumänischen E-Commerce-Markt ist emag.ro. Der digitale Marktplatz erzielte im Jahr 2020 einen Umsatz von 653 Mio. US-Dollar. Es folgen die Onlineshops fashiondays.ro und altex.ro mit einem Umsatz von 103 Mio. bzw. 94 Mio. US-Dollar. Zusammengezählt machen die drei Marktplätze 35 % des E-Commerce-Umsatzes in Rumänien aus. Einer der am schnellsten wachsenden E-Commerce-Plattformen auf dem rumänischen Markt ist sanito.ro, welche im Jahr 2020 von 111 % wuchs und einen Umsatz von rund 2,2 Mio. US-Dollar erzielte.

Im Jahr 2020 wurden Lieferdienste in Rumänien vor allem bei der Bestellung von Lebensmitteln genutzt. Etwa ein Fünftel der Einwohnerinnen und Einwohner der Hauptstadt Bukarest gab an, in dem Jahr mehrmals im Monat Lebensmittel über digitale Lieferdienste eingekauft zu haben. Die App Glovo zählte im April 2020 die meisten Nutzerinnen und Nutzer, gefolgt von FoodPanda.

Fan Courier ist der am häufigsten angebotene Lieferdienstleister in Rumänien und wird von etwa 27 % der rumänischen Onlineshops angeboten. Auch beliebt sind die Versanddienstleister Urgent Cargus und GLS mit einem Marktanteil von 22 % bzw. 18 %.

Stärken & Chancen

In naher Zukunft soll Rumänien laut Euromonitor-Daten zum dynamischsten E-Commerce-Markt unter den osteuropäischen Ländern werden. Hierzu trage vor allem das beschleunigte Wachstum im Jahr 2020 bei. Des Weiteren zeigen Euromonitor-Daten, dass rumänische Onlineshopperinnen und -shopper vor allem aus China, der EU und den USA kaufen, welche einen Marktanteil am lokalen E-Commerce von 27 %, 23 % und 4 % respektive haben. Deutschland und Italien sind Rumäniens wichtigste Handelspartner und Import- sowie Exportdestinationen: 20,1 % aller Waren und Güter, die im Jahr 2017 nach Rumänien importiert wurden, kamen aus Deutschland, weitere 10 % aus Italien; im selben Jahr wurden 23 % aller rumänischen Exporte nach Deutschland geliefert, 11,3 % nach Italien.

Der rumänische E-Commerce wächst schnell und erfreut sich einer immer größeren Aufmerksamkeit auch seitens der lokalen Wirtschaftsbehörden, die mit gesetzlichen Maßnahmen darauf abzielen, sich an die sich rasch verändernde Einzelhandelslandschaft anzupassen. So hat zum Beispiel der rumänische Wettbewerbsrat vor Kurzem den Food Price Monitor ins Leben gerufen, eine Online-Plattform, welche es den Verbraucherinnen und Verbrauchern einen umfassenden Überblick bezüglich der Preise der wichtigsten Lebensmittelhändlerinnen und -händler bieten soll und Informationen über etwa 30.000 Produkte anzeigt, die in über 1.700 Geschäften landesweit verkauft werden. Zudem wurde in Rumänien im Jahr 2020 der 15. Oktober zum Nationalen E-Commerce-Tag erklärt.

Rumänien liegt am Knotenpunkt des europäischen Warenverkehrs. Die Eisenbahn ist hier weiterhin das wichtigste Transportmittel für die Beförderung von Waren und Personen, allerdings konzentrieren sich die Hauptkommunikationslinien auf die Großstadt Bukarest. Das Straßennetz ist gut ausgebaut und modern. Die rumänische Hauptstadt beherbergt auch den größten internationalen Flughafen im Land, welcher Rumänien mit der ganzen Welt verbindet. Der Hafen von Constanƫa am Schwarzen Meer ist ebenfalls ein wichtiges Logistikzentrum.

Nach Rumänien expandieren: was Unternehmen wissen müssen

Grundsätzlich dürfen ausländische Händlerinnen und Händler über das Internet in Rumänien Produkte verkaufen und Dienstleistungen erbringen, ohne als juristische Person vor Ort vertreten zu sein. In manchen Fällen allerdings besteht für nicht rumänische Unternehmen, die sich am lokalen E-Commerce beteiligen, eine Registrierungspflicht, wodurch die rumänische Steuerbehörde beabsichtigt, zu überprüfen, ob die jeweilig im Land vom ausländischen Unternehmen betriebene gewerbliche Tätigkeit steuerpflichtig ist. Wird dies festgestellt, so ist das ausländische Unternehmen zur Niederlassung, das heißt zur Gründung einer Zweiggesellschaft in Rumänien verpflichtet. Die Societate cu raspundere limitata, kurz S.R.L., ist die häufigste Gesellschaftsform in Rumänien und entspricht der Form einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung.

Ungeachtet dessen, ob sie niederlassungspflichtig sind oder nicht, müssen Unternehmen die lokale Verbraucherschutzgesetzgebung beachten, insbesondere, wenn sie direkt an rumänische Endverbraucherinnen und -verbraucher (B2C) verkaufen und jedenfalls, wenn sie eine Webseite mit rumänischem Domainnamen betreiben.

Für den Verkauf von Produkten und die Erbringung von Dienstleistungen über das Internet wird in der Regel keine Lizenz, Genehmigung oder Erlaubnis benötigt. Es gibt hier allerdings Ausnahmen, etwa, was den Verkauf von bestimmten Produktkategorien wie Lebensmittel, Nahrungsergänzungsmittel, Arzneimittel usw. betrifft, bei denen die Einholung der entsprechenden Genehmigung bzw. die Registrierung bei der zuständigen Behörde Voraussetzung ist.

Nach rumänischem Recht müssen alle Informationen über Produkte, die den Verbraucherinnen und Verbrauchern in Rumänien für den Kauf bereitgestellt werden, auch in rumänischer Sprache verfügbar sein. Von diesem Gesetz sind obligatorische Angaben und freiwillige Kennzeichnungen, die etwa Marketingzwecken dienen, gleichmäßig betroffen. Fremdsprachige Produktinformationen müssen somit ausnahmslos ins Rumänische übersetzt werden. Dies gilt auch, wenn der Onlineshop von einem ausländischen Unternehmen betrieben wird, sofern dieses seine Produkte und Dienstleistungen auf dem rumänischen Markt bewirbt. Nicht unter diese Verpflichtung fallen lediglich B2B-Verkäufe, sofern sie klar von eventuellen B2C-Verkäufen getrennt sind.

Des Weiteren sind Unternehmen nach rumänischem Recht verpflichtet, von Verbraucherinnen und Verbrauchern eine ausdrückliche Zustimmung für „kommerzielle Kommunikation“ einzuholen. Die juristische Person, die die Zustimmung einholt, hat zudem die rechtlichen Anforderungen zu erfüllen, die sich aus den Rechtsnormen zum Schutz personenbezogener Daten ergeben. Hierfür ist, wie auch in Deutschland, die DSGVO maßgebend.

Rumänien ist seit 2007 Mitglied der Europäischen Union und mithin Teil des EU-Zollgebietes. Der Warenverkehr zwischen Deutschland und Rumänien unterliegt im Rahmen des freien Warenverkehrs unter Mitgliedsstaaten keiner Verzollung. Importe aus Drittländern nach Rumänien unterliegen einer Verzollung gemäß dem gemeinsamen EU-Zolltarif (TARIC). Relevant hierfür sind Waren, welche aus Drittländern nach Rumänien definitiv oder zeitweilig eingeführt werden und Transitwaren. Exporteure und Importeure identifiziert die rumänische Zollbehörde mittels der EORI-Nummer. Diese wird dem Wirtschaftstreibenden von der jeweiligen nationalen Zollbehörde zugeteilt. (wko.at, letzter Zugriff am 21.07.2021)

Die meisten Waren unterliegen einer Umsatzsteuer in Höhe von 19 %, für bestimmte Produkte wie Lebensmittel, Arzneimittel, Bücher usw. wird ein ermäßigter Steuersatz in Höhe von 9 % angewendet.

Fazit

Der Ausbruch der Coronapandemie im Jahr 2020 hat den rumänischen E-Commerce unter Druck gesetzt. Für die meisten Händlerinnen und Händler im Land allerdings stellte die Pandemie eine Chance dar, denn die Nachfrage nach einer Vielzahl von Waren und Produkten stieg rasant an. Auf die staatlichen Restriktionen zur Infektionsbekämpfung reagierten rumänische Onlineshops weitblickend mit Rabattmöglichkeiten, prägnanten Kommunikationskampagnen und attraktiven Lieferkonditionen und konnten dadurch noch mehr Kundinnen und Kunden für sich gewinnen. Aus der Sicht der deutschen Händlerinnen und Händler besitzt Rumänien einen dynamischen, schnell wachsenden E-Commerce-Markt, welches von dem unkomplizierten innergemeinschaftlichen Warenverkehr, soliden Geschäftsbeziehungen mit Deutschland sowie den anderen EU-Mitgliedstaaten und den gemeinsamen EU-Regelungen profitiert, und erweist sich dadurch als ein interessantes Expansionsziel.



Quellen

 

autor_eurotext_100Autor: Eurotext Redaktion

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