Der März ist der Übergangsmonat, in dem die letzten Ausläufer des Winters auf die ersten verheißungsvollen Strahlen des Frühlings treffen. Weitere Veränderungen, auf die jeder sehnlichst gewartet hat, Chancen für die Textilbranche, und was der Monat an Feiertagen und sonstigen Gelegenheiten für den E-Commerce zu bieten hat, erklären wir in diesem Beitrag.

Der meteorologische Frühlingsanfang wurde auf den 1. März festgesetzt und gilt sowohl Hobby- als auch Profigärtnern als Startschuss für die Gartensaison. Online-Händlern aus den entsprechenden Branchen winken Chancen zum Verkauf von Gartengerät, Gartenzubehör und Saatgut. Jetzt ist sicherlich der richtige Zeitpunkt für entsprechende Lockangebote und Werbekampagnen. Auch die Fahrradbranche und Hersteller der Elektro-Auto-Branche dürften europaweit erneut einen Aufwind erleben. Schon die letzten Jahre konnten sie im Sinne der internationalen Friday for Future-Bewegungen punkten. Aufgrund der explodierenden Spritpreise und der europäischen angestrebten Unabhängigkeit von russischem Gas und Öl wird der Gedanke „Think Green“ abermals gefestigt. Somit kann es sich grade jetzt bezahlt machen, einen Frühjahrsputz in seinem Online-Shop vorzunehmen und an die aktuelle Nachfrage anzupassen.

Feiertage im März

Der Aschermittwoch fällt dieses Jahr auf den 2. März und wie auch in den letzten Coronajahren ist von der sonst üblichen Karnevalsstimmung wenig zu spüren. Kurz darauf am 8. März ist Internationaler Frauentag, der in Berlin bereits 2019 zum gesetzlichen Feiertag erklärt wurde. Auch zu diesem Anlass können sich Online-Händler etwas einfallen lassen und überlegen, welche Geschenke oder Events eventuell in Frage kommen: Bücher zur Geschichte der Frauenbewegung, Beiträge auf ihren Homepages, Interviews mit weiblichen Branchen-Stars…

Frühlingszeit – Ferienzeit

Hamburg, das als einziges deutsches Bundesland keine Osterferien hat, feiert seine Frühjahrsferien dieses Jahr vom 7.3. – 18.3.2022. Das ist vor allem für Online-Reiseanbieter von Interesse, die mit zahlreichen Skigebieten in den Nachbarländern Österreich, Schweiz oder —etwas weiter entfernt— in Frankreich und Italien locken können. Auch Last-Minute-Entscheidungen dürften da keine Seltenheit sein, zumal in Zeiten von Corona. Hier haben Online-Händler aufgrund des KISS-Prinzips —Keep it Short and Simple— potenzielle Vorteile. Aber eben nur, wenn ihre Internetauftritte dieses Prinzip auch praktisch umsetzen, d.h. der Kunde muss ohne umständliche und zeitraubende Schritte seinen Kauf möglichst im selben Zuge sicher und erfolgreich abschließen können.

In Frage kommen auch Urlaube in relativ leicht erreichbare Gebiete, wo sich die kälteüberdrüssigen Hamburger*innen und auch andere, nicht an die Schulferien gebundene Reiselustige mit warmem Wetter verwöhnen lassen können, ohne gleich Europa verlassen zu müssen. Da locken beispielswiese die kanarischen Inseln und je nach aktueller Wetterlage auch die südlichsten Zipfel des spanischen Festlands, Italiens bzw. auch Malta und Sizilien.

Auch in anderer Hinsicht herrscht trotz des Kriegsschattens eine gewisse Aufbruchsstimmung dank der unmittelbar anstehenden Lockerungen der Corona-Maßnahmen. Tatsächlich haben die Regierungschefs von Bund und Ländern weitreichende Lockerungen beschlossen, so dass mit ein bisschen Glück die meisten Einschränkungen vorerst einmal in die Schublade des Vergessens geräumt werden dürfen. Bis zum 20. März entfallen demnach in drei Stufen die Zugangsbeschränkungen zum Einzelhandel und zur Gastronomie, bis schließlich ab dem 20. März alle einschneidenden Schutzmaßnahmen —inklusive Homeoffice-Pflicht— aufgehoben werden.  Wie sich das auf den Online-Handel auswirken wird, lässt sich schwer voraussagen. Das dürfte vor allem davon abhängen, wie geschickt die Marketingspezialisten die nach einem solch gravierenden gesellschaftlichen Ereignis zu erwartende Gegenwelle der Konsumfreudigkeit abpassen.

Ebenso wurde bereits angekündigt, dass ab Donnerstag dem 3. März 2022 um 0:00 Uhr keine Staaten/Regionen mehr als Hochrisikogebiete gelten, es sei denn, es treten dort Varianten mit einer im Vergleich zur Omikron-Variante höheren Virulenz auf. Das wirkt sich zweifellos sehr positiv auf das Reiseverhalten aus, und zwar sowohl auf Urlaubs- als auch auf Geschäftsreisen.

Frischer Wind in der Modebranche

Im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen in der Textilbranche konnte der Online-Modehändler Zalando von der Krise profitieren und wuchs um gut ein Fünftel. Die Gründe für das schleppende Wachstum des Online-Textileinzelhandels stecken in den Hürden der Digitalisierung für kleinere und mittelständische Modeunternehmen. Laut GermanFashion-Verbandssprecherin Tanja Croonen mangelt es hier und da noch an den notwendigen Kenntnissen und Ressourcen. Die Branche muss also nach Mitteln und Wegen suchen, um die dringend benötigte digitale Transformation zu bewältigen.

Gerade im Frühjahr tun sich jedoch große Chancen für das Online-Textil- und Modegeschäft auf. Vom Wintergrau ermüdet und ermattet, sehnen sich die meisten Menschen nach Farbe und Licht. Genau das können Online-Modehändler ihren potenziellen Kund*innen verdeutlichen und ihnen einen virtuellen Vorgeschmack auf milde Temperaturen und frühlingshafte Outdoor-Fashion bescheren. Hinzu kommt, dass Frühlings- und Sommermode naturgemäß leichter und weniger voluminös ist, wodurch auch die Versandkosten geringer ausfallen. Dadurch kann der Wunsch der Fashion Follower nach einem Garderobenwechsel umso günstiger bedient werden.

Auffallend und verwunderlich ist bei einem kurzen Blick auf die Homepages einiger großer, auch ausländischer Versandhäuser das Fehlen beweglicher Bilder. Zwar sind die Webseiten optisch gut aufgemacht und klar strukturiert, aber der Eindruck ist eher statisch. Vorgeführt werden viele kleine Kästchen, in denen die Produkte auf reglosen Models angepriesen werden, ohne das großartige Blickfangpotenzial der Kombination von Kleidung auf sich bewegenden Körpern auszuschöpfen. Eigentlich seltsam, wo doch gerade der Online-Auftritt im Gegensatz zu traditionellen Werbemedien wie Plakaten, Zeitschriften etc. den Bewegungsfaktor uneingeschränkt zulässt. Sind Mode und die Wirkung von Kleidung nicht auch eine Frage der Vitalität, die durch Bewegung zum Ausdruck kommt? Warum sonst sind Laufstege das A und O beim Präsentieren der neuesten Kreationen der Haute Coûture?

Termine

E-Commerce-Händler können sich gleich zu Beginn des Monats auf das zweitägige Google Commerce Camp freuen, das Schwung in die Saison bringt. Dieses bereits in der dritten Runde stattfindende Event ist diesmal als virtuelle Konferenz ausgelegt und bietet sowohl Einsteigern als auch Profis im Online-Handel tolle Gelegenheiten zum Austausch und Networking rund um branchenrelevante Vorträge und gezielte Workshops zu den Themen Search Engine Optimization (SEO) und Search Engine Advertising (SEA).

Festtage in Aussicht

Online-Händler sollten im März auf alle Fälle schon das Osterfest und den Ramadan in den Augen behalten, die dieses Jahr beide auf den April fallen und dem E-Commerce gleich mehrfach Gelegenheit bieten, neue wie auch traditionelle Verkaufschancen zu erkunden und zu erschließen. Näheres dazu können unsere Leser*innen in unserem Beitrag zum April erfahren, der sich auch mit der Zeitwahl von Konfirmationen und Kommunionen befasst, die bei rechtzeitiger Einplanung eine Fülle an Möglichkeiten für den E-Commerce versprechen.

Fazit

Der März mag einem wegen des Fehlens von bundesweiten Feiertagen auf den ersten Blick nicht als Lieblingsmonat für Online-Händler in den Sinn kommen. Bei genauerem Hinsehen entpuppt er sich jedoch als chancenreiche Saison, allen voran im Fashion-Bereich, wo das Potenzial längst noch nicht ausgeschöpft ist. Doch das hängt weitgehend von der Kunst der Online-Anbieter ab, diese Perspektiven in echte Chancen zu verwandeln. Traditionell galt eigentlich immer der April als launisch und wechselhaft, aber wenn man die beiden nachstehenden Bauernweisheiten vergleicht, ist auch der März von Widersprüchen behaftet: „Heitrer März erfreut des Menschen Herz“ oder „Märzensonne – kurze Wonne”. Auf unser Fazit übertragen könnte man also sagen, dass der März entweder optimistisch als Monat des Aufschwungs und wiederkehrender Energien oder als letzter Zipfel der trägeren Winterzeit betrachtet werden kann. Es ist —wie bei so vielen Dingen— hauptsächlich eine Frage der Einstellung.

 Wir wünschen allen Lesern und Leserinnen einen frühlingshaften März und ggf. einen schönen Urlaub!



Quellen

 

autor_eurotext_100Autor: Eurotext Redaktion

Wir erklären, wie Internationalisierung funktioniert, geben Tipps zu Übersetzungsprojekten und erläutern Technologien und Prozesse. Außerdem berichten wir über aktuelle E-Commerce-Entwicklungen und befassen uns mit Themen rund um Sprache.

 

Bitte beachten Sie: Auch wenn wir in unseren Beiträgen gelegentlich Rechtsthemen ansprechen, stellen diese keine Rechtsberatung dar und können eine solche auch nicht ersetzen. Wenn Sie konkrete Fragen haben, lassen Sie sich bitte von einem Anwalt beraten.