Das Vereinigte Königreich ist der drittgrößte Medizintechnikmarkt Europas sowie der siebtgrößte Pharmamarkt weltweit. Warum das internationale Interesse ausländischer Anbieter demnächst wohl steigen wird und was den Gesundheitsmarkt im Vereinigten Königreich noch auszeichnet, haben wir hier für Sie zusammengefasst.
Bevölkerung und Krankheitsbild
Bevölkerungsdichte und Altersstruktur
Im Vereinigten Königreich leben rund 70 Millionen Menschen. Davon leben 84,7 Prozent in urbanen Gebieten. In der Hauptstadt und Weltmetropole London liegt die Bevölkerungsdichte bei über 5.700 Einwohnern pro Quadratkilometer. Im gesamten Vereinigten Königreich beträgt die Bevölkerungsdichte im Jahr 2026 durchschnittlich etwa 289 Einwohner pro Quadratkilometer. Schottland und Wales sind im Vergleich zu England wesentlich dünner besiedelt. Das Medianalter liegt bei etwa 40,2 Jahren. Ausschlaggebend für das Bevölkerungswachstum ist die Nettozuwanderung, da die Geburtenrate im Land nahezu der Sterberate entspricht.
Lebenserwartung unter EU-Niveau
Mit schätzungsweise 81,0 bis 81,6 Jahren liegt die Lebenserwartung im Vereinigten Königreich im Jahr 2024 leicht unter dem EU-Durchschnitt von 81,7 Jahren. Während die Lebenserwartung in anderen Ländern kontinuierlich gestiegen ist, hat sie sich im Vereinigten Königreich in den letzten Jahren verlangsamt. Somit liegt das Vereinigte Königreich im Vergleich zu Nachbarländern wie Frankreich oder der Schweiz deutlich zurück.
Hinsichtlich der Gesundheit gibt es im Vereinigten Königreich starke regionale Unterschiede, weshalb die Lebenserwartung in Schottland oft niedriger ist als in England. Ein weiterer kritischer Punkt ist die „gesunde Lebenserwartung“: Briten verbringen einen größeren Teil ihres Lebens in Krankheit als Menschen in vergleichbaren EU-Ländern.
Krankheitsbild im Vereinigten Königreich
Das Krankheitsbild im Vereinigten Königreich ist geprägt von einer hohen Belastung durch chronische Erkrankungen sowie einer großen Kluft zwischen Lebenserwartung und gesunder Lebenszeit. Etwa 25 Millionen Menschen leiden unter langfristigen Gesundheitsproblemen aufgrund chronischer Erkrankungen. Laut hausärztlichen Datenbanken zählen Allergien, Bluthochdruck, Rückenschmerzen und Depressionen zu den Erkrankungen mit den höchsten Prävalenzraten. Besonders problematisch sind Alzheimer und andere Demenzerkrankungen, gefolgt von ischämischen Herzkrankheiten, Schlaganfällen und chronisch-obstruktiven Lungenerkrankungen, die zu einer signifikanten Krankheitslast und Mortalität beitragen.
Struktur des Gesundheitssystems
Ein Gesundheitssystem für alle
Das Herzstück des Gesundheitssystems im Vereinigten Königreich ist der öffentlich finanzierte und kostenlose Nationale Gesundheitsdienst NHS. Im Gegensatz zum Bismarck-Modell der Sozialversicherung wird der NHS nicht durch Versicherungsbeiträge, sondern durch Steuern finanziert. Zudem basiert er nicht auf der Staatsangehörigkeit, sondern auf dem Aufenthaltsstatus. Das bedeutet, dass die meisten medizinischen Behandlungen kostenlos sind. Ausgenommen davon sind Medikamente sowie augen- und zahnärztliche Behandlungen, für die Selbstbehalte zu leisten sind.
Im Vereinigten Königreich ist das Gesundheitswesen im Rahmen der Devolution dezentral organisiert. Somit betreibt jedes Land seinen eigenen öffentlichen Gesundheitsdienst, der an die Bedürfnisse der Bevölkerung vor Ort angepasst ist. Es gibt den NHS England, den NHS Schottland, den NHS Wales und den Health and Social Care in Northern Ireland (HSCNI).
Die erste Anlaufstelle für Patientinnen und Patienten in jedem NHS-System sind die General Practitioners, die die medizinische Grundversorgung sicherstellen. Bei Bedarf überweisen sie Patientinnen und Patienten auch an Fachärztinnen und Fachärzte oder Krankenhäuser. Für akute Fälle stehen neben den Notaufnahmen der Kliniken auch Notdienstpraxen mit erweiterten Öffnungszeiten zur Verfügung. Diese werden von den Allgemeinarztpraxen angeboten. Die stationäre Versorgung erfolgt durch NHS-Krankenhäuser, die sich überwiegend in öffentlichem Besitz befinden. Auch wenn versucht wird, dringende Fälle stets vorrangig zu behandeln, gibt es für bestimmte Verfahren und Behandlungen mitunter sehr lange Wartezeiten, die stark kritisiert werden.
Selbstzahlerbereiche im Gesundheitswesen
Aufgrund der langen Wartelisten des NHS nehmen immer mehr Briten medizinische Behandlungen eigenfinanziert in Anspruch. Am häufigsten werden MRT- oder CT-Untersuchungen, Hüft- oder Knieprothesen-Operationen, Kataraktoperationen, fachärztliche Konsultationen sowie physiotherapeutische und psychotherapeutische Behandlungen selbst gezahlt.
Marktumfeld für Medizintechnik und Pharma
Internationales Interesse hält an
Das Vereinigte Königreich ist der drittgrößte Medizintechnikmarkt Europas sowie der siebtgrößte Pharmamarkt weltweit, hinter Italien und vor Spanien. Aufgrund der steigenden Nachfrage erwarten Analysten, dass ausländische Anbieter in den kommenden Jahren verstärkt auf den britischen Markt aufmerksam werden. Die Analysten von Fitch Solutions prognostizieren für die Jahre 2024 bis 2028 ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 3,4 Prozent. Bandagen, Katheter und Nahtversorgungen sind mit einem Marktanteil von 23 Prozent das größte Marktsegment.
Auch die Nachfrage nach orthopädischen Produkten und Prothesen sowie nach Produkten zur bildgebenden Diagnostik soll steigen. Allerdings ist der Markt stark umkämpft und die Verhandlungen mit dem NHS, dem mit Abstand größten Abnehmer, sind aufgrund dessen Verhandlungsmacht sehr schwierig. In freiwilligen Verträgen einigen sich Staat und Pharmahersteller über die Preise und Bestellmengen des NHS, wobei der NHS aufgrund seiner starken Verhandlungsposition hohe Preisnachlässe erzielen kann.
Private Gesundheitsdienstleister gewinnen an Bedeutung
Aufgrund langer Wartelisten und bestehender Engpässe im öffentlichen Gesundheitssystem gewinnen private Gesundheitsdienstleister zunehmend an Bedeutung. Private Anbieter wie die Circle Health Group, Spire Healthcare, Nuffield Health und Ramsay Health Care werden immer häufiger von Patientinnen und Patienten aufgesucht, die bereit sind, medizinische Behandlungen selbst zu bezahlen, um die oft mehrere Monate langen Wartezeiten zu vermeiden. Darüber hinaus nutzt der öffentliche NHS sie als Outsourcing-Partner, um den Druck auf das stark belastete britische Gesundheitssystem zu verringern.
Zahl der Apotheken nimmt ab
Die Apotheken sind im Vereinigten Königreich ein wichtiger Vertriebsweg. Doch vonseiten der Patientenverbände herrscht große Sorge über das anhaltende Filialsterben. Zwischen 2016 und 2024 ist die Zahl der Apotheken um knapp acht Prozent auf rund 13.300 Läden geschrumpft. Profiteure sind vor allem unabhängige Apotheken, die inzwischen rund 45 Prozent aller Geschäfte ausmachen.
Trends: Komplementäre Therapien, Gesundheitstechnologien, E-Health
Auch im Vereinigten Königreich waren die Auswirkungen der Coronapandemie auf die psychische Gesundheit erheblich: Angstzustände und Depressionen haben sich mehr als verdoppelt. Eine verstärkte Sensibilisierung und eine geringere Stigmatisierung haben jedoch den Zugang zu psychosozialen Angeboten verbessert und dazu geführt, dass das psychische Wohlbefinden stärker in der Gesundheitspolitik berücksichtigt wird.
Dies spiegelt sich auch in der wachsenden Nachfrage nach integrativer und ganzheitlicher Medizin wider. Dabei werden komplementäre und alternative Therapien, Achtsamkeitspraktiken wie Yoga und Meditation, Ernährungsmaßnahmen inklusive Nahrungsergänzungsmittel sowie Anpassungen der Lebensgewohnheiten wie mehr Bewegung in Verbindung mit traditionellen Behandlungen zunehmend nachgefragt.
Nachfrage nach Gesundheitstechnologien ist groß
Die Pandemie hat zudem die Nachfrage nach digitalen Gesundheitstechnologien und Telemedizin befeuert und deren Akzeptanz deutlich erhöht. Virtuelle Arzttermine, telemedizinische Versorgung und Überwachung sowie digitale Tracking-Tools setzen sich immer stärker durch. Sie erhöhen den Zugang zu medizinischer Versorgung und stellen für Patienten und Ärzte eine komfortable Ergänzung dar.
Nicht zuletzt wurde diese Entwicklung durch die wachsende Beliebtheit von Gesundheitstechnologien und Wearables wie Fitness-Trackern und Smartwatches begünstigt. Mithilfe dieser Tools lässt sich die eigene Gesundheit überwachen und managen. Sie liefern wertvolle Daten wie Blutdruckwerte und Aktivitätslevel, anhand derer ärztliches und pflegerisches Personal wertvolle Bewertungen und Analysen durchführen kann, und sie tragen zu einem weiteren Megatrend bei: der personalisierten Gesundheitsversorgung.
Das Vereinigte Königreich verfügt über ein fortschrittliches E-Health-System. So wurde beispielsweise das digitale Rezept bereits im Jahr 2017 eingeführt und inzwischen nutzen nahezu alle Gesundheitseinrichtungen digitale Patientenregister. Laut NHS Digital haben rund 58 Millionen Briten eine digitale Gesundheitsakte und nutzen die NHS-App, um auf das Gesundheitssystem zuzugreifen. Über die App können sie mit ihrem Hausarzt kommunizieren, Rezepte anfordern und ihre Gesundheitsdaten einsehen. Die App wird von rund drei Viertel der erwachsenen Briten genutzt und über sie werden jährlich mehr als vier Millionen Termine verwaltet.
Was bedeutet das für Hersteller
Für Unternehmen aus Pharma, MedTech und Digital Health ergeben sich daraus klare Chancen und Herausforderungen:
- Die zunehmende Privatisierung des Gesundheitssektors eröffnet auch für ausländische Investoren interessante Geschäftschancen.
- Die Verhandlungen über Preise und Bestellmengen des öffentlichen Gesundheitsträgers NHS werden überwiegend vom Staat gesteuert, was zu einem harten Wettbewerb führt.
- Ein wachsendes Bewusstsein für psychische Gesundheit führt zu einem besseren Angebot im Bereich der psychosozialen Versorgung.
- Komplementäre und alternative Therapien liegen hoch im Trend, gepaart mit tragbaren Gesundheitstechnologien – Stichwort personalisierte Gesundheitsversorgung.
- Die Marktzulassung neuer Medikamente ist jedoch mit hohen Kosten verbunden.
- Präzise Übersetzungen für Zulassungsdossiers (ANSM/EMA) sparen Zeit und verhindern Verzögerungen beim Markteintritt.
So wird aus Marktpotenzial ein realer Geschäftsfall.
Gesetzliche Rahmenbedingungen und Regularien
Seit dem Austritt aus der Europäischen Union hat das Vereinigte Königreich ein eigenes Regulierungssystem für Arzneimittel und Medizinprodukte eingeführt. Letztere sind Produkte mit einem medizinischen Verwendungszweck, wie beispielsweise Röntgengeräte, Insulinpumpen oder entsprechende digitale Apps. Alle Unternehmen, die ein Medizinprodukt oder ein In-vitro-Diagnostikum im Vereinigten Königreich vertreiben möchten, müssen ihr Produkt bei der Medicines and Healthcare Products Regulatory Agency (MHRA) registrieren lassen. Dabei gelten in Großbritannien und Nordirland unterschiedliche Regeln.
Medizinprodukte
Das Zulassungsregime für Medizinprodukte in England, Schottland und Wales soll neu aufgestellt werden. Aktuell gilt für Medizinprodukte eine Übergangsfrist, in der eine gültige EU-Zertifizierung für die CE-Kennzeichnung als Nachweis für die Konformitätsbewertung anerkannt wird. Die Übergangsfristen variieren je nach Produktkategorie und enden entweder 2028 oder 2030.
Letztendlich müssen jedoch alle Hersteller die UK-spezifischen Anforderungen für die Zertifizierung der UKCA-Kennzeichnung (UK Conformity Assessed) erfüllen. In Nordirland behält die CE-Kennzeichnung ihre Gültigkeit.
Arzneimittel
Für Arzneimittel gilt Folgendes: Wenn die MHRA ein Medikament zugelassen hat und dessen Sicherheit und Wirksamkeit bestätigt hat, kann es im Vereinigten Königreich zu einem vom herstellenden pharmazeutischen Unternehmen festgelegten Preis privat gekauft werden. Im Anschluss bewertet das National Institute for Health and Care Excellence (NICE) die Wirksamkeit und die Kosten des Medikaments auf Basis der verfügbaren Belege. Das NICE gibt dann eine Empfehlung darüber ab, ob der NHS das Medikament finanzieren sollte, und nennt dabei die entsprechenden Indikationen und Anwendungsgebiete. Nach der Finanzierungsentscheidung des NICE sollte das Medikament innerhalb von höchstens drei Monaten für Patienten über den NHS zugänglich sein.
Gesundheitsmarkt in der EU und international
Prinzipiell sind die einzelnen Mitgliedstaaten für die Gesundheitspolitik in der EU zuständig. Die EU gibt jedoch durch Richtlinien und Verordnungen einen Rahmen vor, der in der nationalen Gesetzgebung umgesetzt werden muss.
MDR definiert europäische Standards
Ein prominentes Beispiel ist die Medizinprodukteverordnung (Verordnung (EU) 2017/745), die auch als MDR bezeichnet wird. Sie legt die Anforderungen für Medizinprodukte im europäischen Binnenmarkt fest. Danach benötigen alle Medizinprodukte, die in der EU vertrieben werden sollen, eine Konformitätserklärung (CE-Kennzeichnung).
Medikamente können auch auf Einzelstaatebene entsprechend den nationalen Vorschriften zugelassen werden. Alternativ können Pharmaunternehmen das sogenannte „zentrale Zulassungsverfahren“ der EMA nutzen. Dadurch ist es möglich, die Zulassung in allen Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EU, Island und Norwegen) mit einem einzigen Antrag zu erhalten.
Internationalisierung
Übersetzungen wirken direkt auf Markteintrittserfolg
Durch Internationalisierung können sich britische Kliniken und Praxen als attraktive Dienstleister für Patientinnen und Patienten im Ausland positionieren und sich optimal gegenüber dem Wettbewerb aufstellen. Der Austausch mit anderen Ländern, beispielsweise durch die Übersetzung wissenschaftlicher Publikationen und Schulungsunterlagen, ermöglicht es britischen Ärzten und medizinischen Einrichtungen außerdem, von den Best-Practice-Lösungen anderer Länder zu profitieren. Das trägt insgesamt zu einer höheren Versorgungsqualität bei.
Regulatorische Texte erfordern höchste Präzision
Ob Medizinprodukt, Medikament, Nahrungsergänzungsmittel oder Fitness- und Lifestyle-Artikel: Übersetzungen sind eine wesentliche Komponente in allen Phasen des Produktlebenszyklus. Damit sie auf die jeweilige Zielgruppe (Experten, Laien, Behörden usw.) optimal zugeschnitten sind und die spezifischen Anforderungen der Textsorte erfüllen, benötigen Fachübersetzerinnen und Fachübersetzer jahrelange Erfahrung, umfangreiche Fachkenntnisse und viel Sprachgefühl. Gerade bei Zulassungsunterlagen für Behörden ist es wichtig, dass Übersetzungen korrekt, fehlerfrei und unter Einhaltung der Konventionen für diese Textsorten erfolgen. Nach dem hohen Investitions- und Zeitaufwand, der bereits ins Produkt geflossen ist, wären Verzögerungen bei der Markteinführung besonders ärgerlich. Mit den richtigen Sprachexpertinnen und -experten an der Seite lassen sich solche Stolpersteine auf dem Weg zum erfolgreichen Launch vermeiden.
Zu den typischen Dokumenten zählen IFU, Risk-Management-Files, Clinical Evaluation Reports, Labeling, Packungsbeilagen, technische Dokumentationen nach MDR sowie Zulassungsdossiers für EMA/ANSM – alles Unterlagen, bei denen eine unklare Übersetzung unmittelbare Auswirkungen auf Sicherheit und Time-to-Market haben kann.
Patientenkommunikation: verständlich statt akademisch
Bei der direkten Ansprache von Verbrauchern und Patienten muss die Übersetzung hingegen auf unnötigen wissenschaftlichen Fachjargon verzichten und komplexe Sachverhalte leicht verständlich darstellen. Dies ist beispielsweise für Patientenportale, Aufklärungswebseiten und Informationsflyer relevant. Oft müssen die Texte auch potenzielle Käuferinnen und Käufer überzeugen und werbliche Anforderungen berücksichtigen. Hier kann es sinnvoll sein, Fachübersetzer mit Marketinghintergrund zu beauftragen, die basierend auf einem konkreten Briefing eine freiere Transkreation für den Zielmarkt erstellen.
Bei allen Dokumenten und Texten, die in verschiedenen Bereichen des Gesundheitsmarktes zum Einsatz kommen können, lohnt es sich, mit hochqualifizierten Fachübersetzerinnen und Fachübersetzern zusammenzuarbeiten. Mit ihrem Branchenwissen und Sprachgefühl sorgen sie dafür, dass die Sicherheit nicht durch Übersetzungsfehler gefährdet wird und keine Haftungsrisiken entstehen. Eine fehlerfreie und wirksame Kommunikation unterstreicht den Qualitätsanspruch eines Unternehmens und fördert das Vertrauen von Ärzten, Patienten und Verbrauchern in die Marke. Dies kann auf dem besonders sensiblen Gesundheitsmarkt über Erfolg oder Misserfolg eines Produkts entscheiden.
Sprachenlandschaft im Vereinigten Königreich
Für den britischen Markt sind neben der Amtssprache Englisch und ihren verschiedenen Dialekten auch die regionalen Sprachen Scots und Ulster Scots sowie die keltischen Sprachen Irisch, Schottisch-Gälisch und Walisisch, das in Wales gesetzliche Amtssprache ist, wichtig. Eine weitere wichtige Sprache ist Cornish, eine wiederbelebte Sprache mit nur wenigen Sprechern. Zu den Migrantensprachen mit den meisten Sprecherinnen und Sprechern gehören unter anderem Polnisch, Rumänisch und Panjabi. Letzteres ist angesichts der imperialen Geschichte des Vereinigten Königreichs und der Einwanderung aus ehemaligen Commonwealth-Ländern von besonderer Bedeutung.
Fazit
Die zunehmende Privatisierung des britischen Gesundheitssektors bietet auch ausländischen Investoren interessante Geschäftschancen. Das größte Marktsegment sind Verbrauchsprodukte wie Bandagen, Katheter und Nahtversorgungen. Doch auch die Nachfrage nach orthopädischen Produkten und Prothesen, nach Produkten zur bildgebenden Diagnostik sowie nach Angeboten im Bereich der psychosozialen Versorgung soll bis 2028 steigen. Im Vereinigten Königreich ist bereits ein fortschrittliches E-Health-System etabliert: Rund drei Viertel der Erwachsenen besitzen eine digitale Gesundheitsakte und nutzen die App des öffentlichen Gesundheitsdienstes NHS, um auf das Gesundheitssystem zuzugreifen. Somit erwartet Anbieter digitaler Gesundheitsprodukte im Vereinigten Königreich ein attraktives Marktpotenzial mit einem starken Bedarf an medizintechnischen Innovationen. Als Herausforderungen sind der harte Wettbewerb und die Verhandlungsstärke des NHS zu sehen, der immer noch der größte Abnehmer ist. Hinzu kommt der aufwändigere Prozess der Marktzulassung neuer Medikamente durch den Brexit. Bis zum Ende der Übergangsfristen 2028 bzw. 2030 soll die CE-Kennzeichnung für Medizinprodukte weiterhin gültig sein. Zu beachten ist auch, dass in Großbritannien und Nordirland unterschiedliche Rahmenbedingungen und Regularien gelten.
Quellen
- Germany Trade & Invest: Britischer Arzneimittelmarkt im Umbruch [zuletzt aufgerufen am 03.02.2026]
- Germany Trade & Invest: Britischer Medizintechnikmarkt wächst [zuletzt aufgerufen am 03.02.2026]
- UK: Healthy life expectancy – Mortality Insights [zuletzt aufgerufen am 03.02.2026]
- Statista: Gesundheitsindikatoren – Vereinigtes Königreich [zuletzt aufgerufen am 03.02.2026]
- Statista: Lebenserwartung in den EU-Ländern 2024 [zuletzt aufgerufen am 03.02.2026]
- Statista: Medical Technology – United Kingdom [zuletzt aufgerufen am 03.02.2026]
Autor: Eurotext Redaktion
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