Professionelle Übersetzungen, die von muttersprachlichen Fachübersetzern angefertigt werden, lassen sich nicht “auf Knopfdruck” erstellen. Nicht nur der eigentliche Übersetzungsprozess, auch das Projektmanagement vom Briefing bis zur Qualitätskontrolle dauert seine Zeit. Trotzdem können auch solche Übersetzungen erstaunlich schnell angefertigt werden – wenn ein paar Dinge beachtet werden. Wir zeigen Ihnen, wie das funktioniert.

Worauf es ankommt

Eingeübte Prozesse, einheitliche Formate

Viele unserer Kunden schicken uns täglich Exporte aus ihren Shops und PIMs, damit wir sie übersetzen. Immer im gleichen Datenformat, über die gleichen Schnittstellen, zu festen Zeiten und mit vergleichbarem Umfang, häufig sogar komplett automatisiert.

Solche Übersetzungen lassen sich wunderbar einplanen und in die tägliche Arbeitsroutine einbinden. Auch die Übersetzer können langfristig beauftragt werden, im Idealfall in festen Länderteams mit klaren Hierarchien. Auf die Weise stellen sich während der Übersetzung wenig Fragen, und wenn es doch mal ein Problem gibt, weiß jeder, wer der richtige Ansprechpartner dafür ist.

Bei so gut eingespielten Workflows ist es kein Problem, die Übersetzungen innerhalb von 48 Stunden oder sogar schon am nächsten Tag fix und fertig zu liefern.

Entsprechende Vorlaufzeiten

Wir haben aber auch Kunden, die nur selten etwas übersetzen lassen. Aber wenn, muss es ganz schnell gehen. Häufig geht es dabei um jährlich erscheinende Unternehmensmagazine, Geschäftsberichte, Pressemitteilungen oder ähnliches.

Auch solche Übersetzungen lassen sich sehr schnell umsetzen, wenn man genug Vorlaufzeit für die Planung hat. Die Projektmanager planen sich entsprechende Zeitfenster ein, sprechen das Projekt im Vorfeld mit erfahrenen Fachübersetzern ab, klären mit dem Kunden Fragen zu Dateiformaten und Lieferfristen. Wenn die zu übersetzenden Dateien dann vom Kunden geschickt werden, sitzen bereits alle Beteiligten in den Startlöchern und können sofort mit der Arbeit loslegen.

Gut gefüllte Translation Memorys

Ein sehr wichtiges Kriterium sind die Translation Memorys, die zu dem Kunden vorliegen. Dabei handelt es sich um Datenbanken, in denen alle Übersetzungen gespeichert sind, die bereits für diesen Kunden angefertigt wurden. Die Software schlägt dem Übersetzer beim Übersetzen des neuen Textes dann passende, bereits vorliegende Übersetzungen vor, was die Arbeit deutlich beschleunigen kann.

Wie gut das tatsächlich funktioniert, hängt auch von der Textsorte ab. “Gebrauchstexte” wie z.B. Bedienungsanleitungen oder sich wiederholende Texte aus Onlineshops oder Katalogen lassen sich damit hervorragend “vorübersetzen”. Kreative Texte, wie sie z.B. im Marketing eingesetzt werden, profitieren davon eher nicht.

 

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“Einfache” Übersetzungen

Ein wichtiger Faktor für die Dauer einer Übersetzung ist auch die gewünschte Qualität und der Servicelevel. Die meisten Übersetzungen werden nach dem 4-Augen-Prinzip erstellt: Ein Übersetzer übersetzt, ein zweiter prüft die Übersetzung. In bestimmten Fällen kann man auf den Prüfer verzichten, was das Projekt natürlich deutlich beschleunigt. In anderen Fällen kann es sogar notwendig sein, noch einen dritten Linguisten zur inhaltlichen Kontrolle zu beauftragen (wenn es beispielsweise um Rechtstexte geht), was den Zeitaufwand natürlich erhöht.

Mit den Servicelevels ist es ähnlich: Wenn im Rahmen der Übersetzung z.B. auch eine SEO-Keywordrecherche durchgeführt werden soll, dauert es natürlich deutlich länger, als wenn “nur” übersetzt wird.

Projekte skalieren

Noch ein Aspekt, der bisher nicht genannt wurde: Übersetzungen lassen sich wunderbar skalieren, wenn die Bedingungen stimmen. Große Textmengen lassen sich dank moderner Übersetzungs-Technologien problemlos auf mehrere Übersetzer verteilen und anschließend wieder zusammenfügen. Wenn in mehrere Sprachen übersetzt werden soll, können natürlich mehrere Länderteams parallel arbeiten. Und auch der Datenaustausch kann selbst bei riesigen Textmengen innerhalb von Sekunden stattfinden, wenn Formate und Schnittstellen festgelegt und eingerichtet wurden.

Auf diese Weise führen wir immer wieder Großprojekte durch, bei denen große Onlineshops mit mehreren Millionen Worten gleichzeitig in 10 oder mehr Zielsprachen übersetzt werden. Früher hätte so etwas Jahre gedauert. Dank moderner Technologie und Länderteams mit bis zu 15 Linguisten lassen sich aber auch solche Mammutaufgaben innerhalb weniger Wochen oder Monate umsetzen.

Wie lange dauert eine Übersetzung?

Wie man sieht, ist eine Übersetzung immer sehr individuell und man kann keine “Regelübersetzungszeit” festlegen. Als Faustformel gilt zwar, dass eine erfahrene Übersetzerin ca. 2.000 neue Worte pro Tag übersetzen kann, aber das berücksichtigt die genannten Faktoren nicht. Bei einfachen Texten, perfekt eingespielten Workflows und guten Übersetzungsressourcen können es auch mal 3.000 oder 4.000 Worte sein. Wenn es viele Rückfragen zu klären gibt, weil z.B. die Dateien nicht verarbeitet werden können oder die Vorgaben unklar sind, können auch ganze Tage ohne Übersetzungsfortschritte vergehen. Deshalb ist es so wichtig, Übersetzungsprojekte im Vorfeld gut zu planen und zu besprechen.



Fazit

Große Textmengen lassen sich nicht ohne jede Vorbereitung von heute auf morgen übersetzen, egal ob mit oder ohne “Expresszuschlag”. So etwas klappt nur, wenn es entsprechende Prozesse und Schnittstellen gibt, eine gewisse Vorlaufzeit zur Planung, im Idealfall ein gut gefülltes Translation-Memory und natürlich erfahrene Projektmanager und geschulte Übersetzer. Wenn so ein Projekt dann auch noch zur täglichen Routine gehört, mit wöchentlichen oder täglichen Exporten, lassen sich erstaunlich kurze Lieferzeiten realisieren.


autor_eurotext_100Autor: Eurotext Redaktion

Wir erklären, wie Internationalisierung funktioniert, geben Tipps zu Übersetzungsprojekten und erläutern Technologien und Prozesse. Außerdem berichten wir über aktuelle E-Commerce-Entwicklungen und befassen uns mit Themen rund um Sprache.

 

Bitte beachten Sie: Auch wenn wir in unseren Beiträgen gelegentlich Rechtsthemen ansprechen, stellen diese keine Rechtsberatung dar und können eine solche auch nicht ersetzen. Wenn Sie konkrete Fragen haben, lassen Sie sich bitte von einem Anwalt beraten.