Die dänische Industrie steht vor großen Herausforderungen. Während die Lebensmittelindustrie weiterhin exportstark bleibt, ist in anderen Branchen wie dem Maschinenbau die Nachfrage der Handelspartner stark zurückgegangen. Die dänische Regierung will deshalb mit fiskalpolitischen Maßnahmen Abhilfe schaffen – und setzt auf grüne Transformation, Digitalisierung und Innovation, um das Wachstum der Wirtschaft zu unterstützen. Die Industrie wünscht sich dabei vor allem Arbeitsmarktreformen, die den Fachkräftemangel, unter dem auch Dänemark massiv leidet, beheben sollen. Inzwischen rückt der Termin der Klimaneutralität bis 2045 immer näher. Alles Aktuelle über die Industrie in Dänemark lesen Sie hier.

Daten und Fakten zum Industrieland Dänemark: Anteil an der Wirtschaftsleistung, wichtigste Branchen und Handelspartner

Das dänische Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt rund 400 Mrd. US-Dollar, das BIP pro Kopf rund 68.300 US-Dollar (vgl. Deutschland: 48.750 US-Dollar; Österreich: 52.190 US-Dollar). Damit ist die dänische Wirtschaft in etwa so stark wie die Österreichs, dabei ist das Land nur halb so groß. Gemessen am BIP pro Kopf ist Dänemark eines der wohlhabendsten unter den EU-Ländern. Ein höheres BIP pro Kopf als Dänemark haben nur Luxemburg und Irland.

Der Großteil des dänischen Bruttoinlandsprodukts wird im Gewerbe- und im Dienstleitungssektor erwirtschaftet. Die Industrie inklusive Baugewerbe ist für 20,87 Prozent, der Dienstleistungssektor inklusive Handel für 66,31 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung verantwortlich. Die Industrie beschäftigt in Dänemark rund 19 Prozent der Erwerbstätigen.

Aus Dänemark sind viele Unternehmen international bekannt. Darunter finden sich zahlreiche Dienstleister wie etwa Banken und Versicherungen, die in der Hauptstadt Kopenhagen ihren Sitz haben, aber auch Hersteller – vor allem Großkonzerne mit renommierten Handelsnamen, die weltweit tätig sind, wie der Hersteller von Dachfenstern Velux, der Juwelier Pandora, der Medizinkonzern Coloplast, der Pharmahersteller Novo Nordisk oder der Spielwarenhersteller Lego.

Deutschland ist für Dänemark der mit Abstand wichtigste Handelspartner, sowohl im Hinblick auf die Importe (20,12 %) als auch auf die Exporte (14,44 %). Weitere wichtige Import- und Exportländer sind die nahen skandinavischen Länder Schweden (Importe: 12,35 %; Exporte: 8,59 %) und Norwegen (I: 4,5 %; E: 5,62 %), die Niederlande (I: 8,65 %; E: 5,53 %), die Vereinigten Staaten (I: 3,99 %; E: 4,75 %) und China (I: 8,39 %; E: 2,84 %).

Aktuelle Wirtschaftslage: Wachstumsaussichten ungewiss, Exportwirtschaft vor großen Herausforderungen

Mit positiven Halbjahreszahlen hat die dänische Wirtschaft im ersten Halbjahr 2023 erneut ihre hohe Widerstandsfähigkeit unter Beweis gestellt. Entgegen den Prognosen eines negativen Wirtschaftswachstums und Arbeitsplatzverlusten wurde das erste Halbjahr mit einem Wachstum von 0,8 Prozent und einem kleinen Beschäftigungsplus abgeschlossen. Im Gesamtjahr 2022 lag das Wirtschaftswachstum bei 2,7 Prozent, teilweise bedingt durch den Aufholeffekt nach der Pandemie. Für 2023 wird allerdings mit einer Abkühlung der Wirtschaft gerechnet. Der Krieg in der Ukraine dürfte sich negativ auf das Realwachstum des BIP auswirken und die gestiegenen Rohstoffpreise, insbesondere für Energie, Kaufkraft und privaten Konsum weiter schwächen. Die Aussichten bleiben deshalb ungewiss – auch in den anderen skandinavischen Ländern.

Ein schwieriges Konjunkturumfeld besteht derzeit auch für die dänische Exportwirtschaft. Die Lebensmittelindustrie bleibt weiterhin exportstark, in anderen Branchen wie dem Maschinenbau ist die Nachfrage der Handelspartner jedoch stark zurückgegangen. Die dänische Regierung will deshalb mit fiskalpolitischen Maßnahmen Abhilfe schaffen und die öffentliche Nachfrage fördern, um das Wirtschaftswachstum des Landes zu unterstützen.

Entwicklungen: Klimaneutralität bis 2045, Hilfspakete und Energiekrise treiben Digitalisierung und Innovation voran

Die neue dänische Regierungskoalition will bis 2030 die Militärausgaben auf zwei Prozent des BIP erhöhen, um damit das von der Nato vorgegebene Ausgabenziel zu erreichen. Als weitere Schwerpunkte im Regierungsprogramm stehen neben einer Reform des Gesundheitswesens auch die Einführung von CO2-Abgaben für Landwirtschaft, Industrie und Flugverkehr an. Diese seien unumgänglich, um die anspruchsvollen Klimaziele Dänemarks zu erreichen: Das Land will seine CO2-Emissionen bis 2035 um 70 Prozent senken und bis 2045 klimaneutral werden. Die Industrie wünscht sich dabei vor allem Arbeitsmarktreformen, die den Fachkräftemangel, unter dem auch Dänemark massiv leidet, beheben sollen.

Dänemark hat bereits umfassende Hilfs- und Anreizpakete zur Abfederung der Auswirkungen der Pandemie ergriffen. Auch die aktuelle Energiekrise als Folge des Krieges in der Ukraine treibt dazu bei, dass Dänemark noch grüner, digitaler und innovativer wird. Das Land setzt dabei vor allem auf die grüne Transformation der Landwirtschaft, beispielsweise durch den Einsatz von Klimatechnologien und Ökologisierung sowie auf die Erhöhung der Energieeffizienz in Privathaushalten, öffentlichen Gebäuden und industriellen Anlagen durch energetische Sanierung. Der Straßenverkehr soll nachhaltig gestaltet werden, mit Fokus auf E-Mobilität und umweltfreundliche Transport- und Infrastrukturlösungen. Die Digitalisierung soll vorangetrieben werden, etwa durch Investitionen in Infrastruktur, neue Technologien für Unternehmen und den Aufbau von Kompetenzen. Auch in der Bauwirtschaft sollen innovative und nachhaltige Technologien, das Recycling von Baustoffen und eine höhere Kosteneffizienz gefördert sowie neue und strengere Vorschriften für CO2-Emissionen erarbeitet werden.

Internationalisierung

Die Amtssprache Dänemarks ist Dänisch. Die dänische Sprache zählt 5,3 Mio. Muttersprachlerinnen und Muttersprachler und wird in Dänemark und in Grönland, aber auch in Südschleswig in Deutschland und in den nahen skandinavischen Ländern Schweden und Norwegen gesprochen. Schwedisch, Norwegisch und Dänisch sind nordgermanische Sprachen, die auf dem Altnordischen basieren. Dies erklärt, warum die drei skandinavischen Sprachen so ähnlich sind. Doch es gibt auch Unterschiede. Mehr dazu lesen Sie hier.

Dass die dänische Sprache den Amtssprachen der anderen skandinavischen Länder ähnelt, erleichtert natürlich den grenzüberschreitenden Handel. Außerdem sind die Däninnen und Dänen sehr gut in Englisch. Beim Englisch Proficiency Index von Education First werden insgesamt 113 Länder weltweit, deren Amtssprache nicht Englisch ist, nach Kompetenz im Gebrauch der englischen Sprache bewertet. Dänemark kommt im Ranking von Education First auf Platz 4, Deutschland auf Platz 10.

Somit birgt Dänemark aus sprachlicher Sicht keine Fallstricke. Doch für eine erfolgreiche Internationalisierung müssen auch Werbetexte adaptiert werden, die das Zielpublikum, das heißt die Kundschaft, direkt ansprechen. Die Übersetzung soll in diesem Fall nicht nur informieren, sondern auch bewegen – und zum Kauf animieren. Dies lässt sich am besten durch eine freie, kreative Übersetzung erreichen, die auch etwaige kulturelle Unterschiede und landesspezifische Besonderheiten, wie etwa im Falle Dänemarks die andere Währung, berücksichtigt – eine besonders sensible Aufgabe, die an spezialisierte Fachübersetzerinnen und Fachübersetzer anvertraut werden muss, die selbst die komplexesten Fachtexte sicher in die Zielsprache übertragen können.

Gesetzliche Rahmenbedingungen: Import- und Zollbestimmungen, Verpackungsvorschriften, Ursprungsbezeichnung

Zwischen Deutschland und Dänemark besteht im Rahmen des EU-Binnenmarktes Zollfreiheit. Somit birgt Dänemark auch aus zollrechtlicher Sicht keine Fallstricke. Zu beachten ist jedoch, dass Grönland und die Färöer nicht zum Zollgebiet der EU gehören. Deshalb sind für Grönland und die Färöer weiterhin Zolldokumente erforderlich. Für jede Sendung muss eine Handelsrechnung in englischer Sprache in fünffacher bzw. vierfacher Ausfertigung beigefügt werden.

Für Verpackungen sind in Dänemark die einschlägigen EU-Richtlinien zu beachten. Besondere Vorschriften für den Import und die Verwendung von Verpackungsmaterialien gibt es somit nicht. Jedoch ist zu beachten, dass für Lebens- und Futtermittel nur neue, ungebrauchte Verpackungsmaterialien verwendet werden dürfen. Außerdem ist bei bestimmten Konsumgütern bei der Einfuhr eine sogenannte „Umweltabgabe“ für Verpackungsmaterial zu entrichten. Dies betrifft insbesondere kohlensäurehaltige Getränke in Dosen im Rahmen des dänischen Pfandsystems. Zur eindeutigen Zuordnung müssen die Gebinde entsprechend gekennzeichnet sein.

Importierte Waren dürfen gemäß dem dänischen Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb keine falschen oder irreführenden Angaben über das Herstellungsland, die Herstellungsweise, die Zusammensetzung, die Wirkung, das Preisverhältnis etc. enthalten. Zu beachten: Die Anbringung des „Roten Kreuzes“, des dänischen Hoheitszeichens oder ähnlicher Zeichen ist bei allen Waren ausnahmslos verboten.

Die Ursprungskennzeichnung ist in Dänemark für eine Vielzahl von Waren gesetzlich vorgeschrieben. So müssen beispielsweise gemäß der EU-Verordnung Nr. 1169/2011 alle in der EU verkauften Lebensmittel mit einer Ursprungskennzeichnung versehen sein, wenn sie aus einem anderen Land stammen als das Produkt. Die Ursprungsbezeichnung kann entweder direkt auf der Verpackung oder auf einem Etikett angegeben werden.

Fazit

Aus Dänemark sind viele Unternehmen international bekannt – vor allem Großkonzerne mit renommierten Handelsnamen, die weltweit tätig sind. Die dänische Industrielandschaft hat jedoch viel mehr zu bieten als nur Dachfenster oder Spielwaren. Auch Lebensmittel- und Pharmahersteller sowie Medizinkonzerne haben in Dänemark ihren Sitz – neben Banken und Versicherungen. Die dänische Industrie steht vor großen Herausforderungen. Ein schwieriges Konjunkturumfeld besteht derzeit vor allem für die dänische Exportwirtschaft. Während die Lebensmittelindustrie weiterhin exportstark bleibt, ist in anderen Branchen wie dem Maschinenbau die Nachfrage der Handelspartner stark zurückgegangen. Die dänische Regierung will deshalb mit fiskalpolitischen Maßnahmen Abhilfe schaffen – und setzt auf grüne Transformation, Digitalisierung und Innovation, um das Wachstum der Wirtschaft zu unterstützen. Dänemark hat sich festgelegt, bis 2045 klimaneutral zu werden, und ist bestrebt, sein ambitioniertes Ziel zu erreichen. Die Industrie wünscht sich dabei aber vor allem Arbeitsmarktreformen, die den Fachkräftemangel, unter dem auch Dänemark massiv leidet, beheben sollen. Der Krieg in der Ukraine dürfte sich negativ auf das Realwachstum des BIP auswirken und die gestiegenen Rohstoffpreise, insbesondere für Energie, Kaufkraft und privaten Konsum weiter schwächen. Die Aussichten bleiben deshalb ungewiss – auch in den anderen skandinavischen Ländern.

Quellen

Weiterführende Links

Englisch Proficiency Index von Education First

 


autor_eurotext_100Autor: Eurotext Redaktion

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