Bei mehrsprachigem E-Commerce ist die passende Kundenansprache Trumpf. Oberflächliche Sprachkenntnisse reichen in der Regel nicht aus, es muss schon ein Muttersprachler sein. Genug eigene Mitarbeiter für jedes Land einzustellen wird bei begrenzten Budgets sehr schwer. Und: was bringen eigene Länderteams denn vor allem sprachlich für den Onlineshop?

Am Beginn einer neuen Länderwebseite steht die passende technische Struktur: Die Länder-Domain wird registriert, die Shopsoftware muss verschiedene Sprachversionen abbilden können, Artikeltexte müssen im PIM- oder ERP-System fit gemacht werden – und dann kommt auch schon die Übersetzung. Ein eigener Mitarbeiter für die neue Sprache muss her.

„Guter Content“ bedeutet auch „viel Content“

Ist ein Shop erst einmal ein paar Jahre in Betrieb, dann steckt im wahrsten Sinne des Wortes mehr dahinter, als man als Betreiber auf den ersten Blick vermutet: Unglaublich viele Texte. Aus den verschiedensten Bereichen und mit komplett unterschiedlichen Anforderungen in Sachen Übersetzung.

Den Onlineshop übersetzen bedeutet in erster Linie auch zu planen, welche Inhalte in die neue Sprache übersetzt werden sollen. Und welche eben nicht. Gerade mit detaillierten Themenwelten und gutem Content Marketing entstehen hier über die Jahre viele Millionen Wörter, deren Erstellung, und damit auch die Übersetzung, sehr zeitintensiv ist. Egal wie gut er ist, der neue Mitarbeiter ist nicht in der Lage, die Arbeit von Jahren innerhalb von ein paar Wochen zu leisten. Auch wenn er Muttersprachler ist. Das ist ein Job für ein ganzes Länderteam.

Softwaretexte, Themenwelten und Artikelbeschreibungen – wer macht was?

Neben genügend „Manpower“ benötigt man auch das passende Werkzeug, um einen Onlineshop zu übersetzen. Und vor allem das richtige Know-how. Und alles beginnt mit einem guten Plan.

Was heißt eigentlich Warenkorb auf Englisch?

Softwaretexte und Shopoberflächen sind das Rückgrat jedes Onlineshops. Vor allem der Kaufprozess und alles rund um Warenkorb und Bezahlung sind Bereiche, die bei schlechter Lokalisierung zu vielen Kaufabbrüchen führen. Wer hier übersetzt, benötigt Erfahrung mit Softwareoberflächen, Shopsystemen und vor allem das Know-how eines Muttersprachlers bezüglich der landestypischen und vom Nutzer erwarteten Begriffe. Ob es jetzt cart oder basket oder gar shopping bag heißen soll, ist oft nicht nur eine Frage des Geschmacks, sondern vor allem der Zielgruppe.

Einzigartiger Content – SEO Übersetzungen richtig machen

Im Länderteam benötigt man mindestens einen SEO-Experten. Spätestens wenn man laut den Google Keyword-Tools mit seiner Übersetzung kaum Wettbewerb im Zielland hat, sollte man  stutzig werden. Wird das Keyword auch von Locals erkannt? Funktioniert das deutsche Long-Tail-Keyword auf Französisch wirklich oder muss hier der Text geändert werden? SEO-Übersetzer wissen worauf es ankommt und helfen dem restlichen Länderteam mit entsprechendem Know-how. Schließlich sollen die Hauptkeywords im Idealfall im gesamten Shop verwendet werden.

Hilfe! Jede Menge Artikeltexte und unglaublich viele Varianten

Die Übersetzung von Artikeltexten stellt bei vielen Shops den größten Aufwand dar. Aber glücklicherweise gibt es hier technologische Unterstützung: Mit professionellen Übersetzungsprogrammen werden Ähnlichkeiten und Wiederholungen erkannt. Das reduziert nicht nur die benötigte Zeit, sondern vor allem auch die Kosten. Bei homogenen Produktwelten fallen die Übersetzungskosten oft niedriger als die Aufwände für die redaktionelle Erstellung aus – obwohl mehr Arbeit dahinter steckt. So werden aus 1 Mio. Wörtern schnell einmal 70.000 – da freut sich das Budget.

Die Übersetzer von Artikeltexten im Länderteam sind die Arbeitsbienen im Übersetzerstock. Sie übersetzen fleißig große Textmengen und haben dabei auch noch die Anforderung zu erfüllen, dass die Texte gut konsumierbar und korrekt sind. Eine schwierige Aufgabe, die dank Übersetzungsprogrammen deutlich leichter zu bewältigen ist. Wer Artikeltexte Stück für Stück von Hand in Excel oder Word übersetzen muss, der kommt nicht sehr weit.

Engineers – die Schutzengel im Länderteam

Wenn in Projekten verschiedene Formate und Technologien aufeinander prallen, dann ist ein Engineer hoffentlich nicht weit. Der Engineer kann sowohl mit Exporten aus SAP, Magento oder Hybris umgehen, und er weiß auch, in welchen Portionen er sie den Übersetzern servieren muss. Ein Engineer im Länderteam ist immer dort, wo es brennt. Und er rettet dort, wo es gebrannt hat. Große Projekte ohne so einen Schutzengel zu bewältigen ist gewagt!

So sieht das perfekte Länderteam aus

Ein Länderteam besteht aus Übersetzern mit verschiedenen Aufgaben, Fähigkeiten und Spezialisierungen und wird von Fachleuten wie SEO-Experten und Engineers bei allen Arbeiten tatkräftig unterstützt. Mit so einem Team können sich Händler auf das konzentrieren, was sie am besten können: Tolle Produkte an Kunden in der ganzen Welt verkaufen.

 

autor_eurotext_100Autor: Eurotext Redaktion

Wir erklären, wie Internationalisierung funktioniert, geben Tipps zu Übersetzungsprojekten und erläutern Technologien und Prozesse. Außerdem berichten wir über aktuelle E-Commerce-Entwicklungen und befassen uns mit Themen rund um Sprache.

 

Bitte beachten Sie: Auch wenn wir in unseren Beiträgen gelegentlich Rechtsthemen ansprechen, stellen diese keine Rechtsberatung dar und können eine solche auch nicht ersetzen. Wenn Sie konkrete Fragen haben, lassen Sie sich bitte von einem Anwalt beraten.