Der Europäische Datenschutztag (und mit ihm zeitgleich der „International Data Protection Day“) findet jedes Jahr am 28. Januar statt. Er wird nicht mit Feuerwerk, themenbezogenen Cupcakes oder einer Flut von Marketing-E-Mails gefeiert. Für Unternehmen, die in einer digitalen Landschaft tätig sind, ist er trotzdem ein bedeutender Termin im Kalender. Am Datenschutztag geht es um mehr, als nur an die Bedeutung des Schutzes personenbezogener Daten zu erinnern. Er ist eine Gelegenheit, die eigene Unternehmenskommunikation auf den Prüfstand zu stellen und Datenerfassung sowie Datenspeicherung zu überprüfen. Gleichzeitig lohnt es sich, Rechtstexte zu aktualisieren und den Umgang mit personenbezogenen Daten kritisch zu hinterfragen.

Das gilt natürlich besonders, wenn man international und mehrsprachig agiert. In einer Welt, in der mehr als 5,3 Milliarden Menschen das Internet nutzen und grenzüberschreitende digitale Dienste alltägliche sind, ist Transparenz im Umgang mit Daten kein Luxus. Sie ist eine rechtliche und wirtschaftliche Notwendigkeit. Der Europäische Datenschutztag ist eine Erinnerung daran, dass Ihr Unternehmen auf dem neuesten Stand bleiben muss.

Warum der Europäische Datenschutztag wichtig ist

Der Datenschutztag wurde ins Leben gerufen, um das Bewusstsein für die Bedeutung des Schutzes personenbezogener Daten im Internet zu schärfen. Heute ist diese Mission aktueller denn je. Laut der International Association of Privacy Professionals (IAPP) verfügen mittlerweile mehr als 160 Länder über Datenschutzgesetze. Allein die DSGVO der Europäischen Union betrifft jedes Unternehmen, das mit den privaten Daten von EU-Bürgern umgeht, unabhängig vom Standort des Unternehmens. Der kalifornische CCPA und CPRA prägen weiterhin die Erwartungen an den Datenschutz in den USA. In Asien, Afrika und Lateinamerika entstehen ebenfalls neue Vorschriften.

Diese sich ausweitende Regulierung bedeutet, dass Unternehmen mit den Nutzern in jedem Markt, den sie bedienen, transparent, konsistent und präzise kommunizieren müssen. Und diese Art der Kommunikation hängt maßgeblich von der Qualität der Texte ab: Datenschutzrichtlinien, Cookie-Banner, Einwilligungserklärungen, AGBs, Onboarding-Abläufe und mehr. Wenn diese Texte veraltet, unverständlich oder nur auf Englisch verfügbar sind, erfüllt Ihr Unternehmen möglicherweise nicht die Compliance-Anforderungen und die Erwartungen der Nutzer. Der Europäisch Datenschutztag ist der ideale Zeitpunkt, um sich zu fragen: Kommunizieren wir mit unseren globalen Nutzern auf eine Weise, die rechtlich unangreifbar, kulturell angemessen und für alle verständlich ist?

Warum Übersetzungen wichtig sind: Mehr als nur Worte auf einer Seite

Viele Unternehmen betrachten Übersetzungen immer noch als Nebensache – als etwas, das „später erledigt“ oder ohne Überprüfung an die KI delegiert werden kann. Aber mehrsprachige Datenschutz- und Compliance-Inhalte sind weit mehr als eine sprachliche Spielerei. Sie sind ein strategischer Vorteil: Ein globaler Kundenstamm erwartet Informationen in seiner eigenen Sprache. Eine Studie von CSA (Common Sense Advisory) bestätigt, dass 76 % der Verbraucher Produkte bevorzugt kaufen, die Informationen in ihrer Muttersprache enthalten, und 40 % kaufen gar nicht, wenn die Inhalte nur in einer Fremdsprache verfügbar sind. Wenn es um den Datenschutz geht, steht noch mehr auf dem Spiel. Die Nutzer möchten verstehen, womit sie einverstanden sind, wie ihre Daten behandelt werden und welche Rechte sie haben. Eine klare, lokalisierte Kommunikation schafft Vertrauen – und Vertrauen ist die Währung des digitalen Geschäfts.

Auch gesetzliche Anforderungen spielen eine wichtige Rolle. Die DSGVO schreibt ausdrücklich vor, dass die den Nutzern bereitgestellten Informationen „prägnant, transparent, verständlich und leicht zugänglich“ sein und „in klarer und einfacher Sprache“ vermittelt werden müssen. Die Regulierungsbehörden haben wiederholt betont, dass dies auch die Bereitstellung von Informationen in einer Sprache umfasst, die die Nutzer verstehen können. Ähnliche Erwartungen finden sich in der brasilianischen LGPD, der südafrikanischen POPIA und der japanischen APPI. Letztendlich verbindet die Benutzererfahrung alles miteinander. Ein Cookie-Banner, der auf einer französischen Website in englischer Sprache erscheint, oder ein Einwilligungsformular, das umständliche, maschinell übersetzte Formulierungen verwendet, sorgt für Verständnisprobleme. Diese sorgen womöglich dafür, dass potentielle Kunden sich dagegen entscheiden, eine Anfrage abzuschicken oder ein Produkt zu kaufen. Sie signalisieren, dass das Unternehmen nicht ausreichend an der Benutzererfahrung – oder den Rechten der Nutzer – interessiert ist.

Was Unternehmen jedes Jahr überprüfen und aktualisieren sollten

Der Europäische Datenschutztag ist der perfekte Zeitpunkt, um zu überprüfen, ob Ihre mehrsprachigen Rechtstexte korrekt und aktuell sind und den geltenden Vorschriften entsprechen. Zu den wichtigsten Texten gehören Ihre Datenschutzrichtlinie, der Text des Cookie-Banners, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und das Impressum. Diese Dokumente werden häufig überarbeitet und aktualisiert, aber meist nur in einzelnen Sprachen. Nutzen Sie die Gelegenheit, um die einzelnen Varianten abzugleichen und auf einen einheitlichen Stand zu bringen!

Auch operative Inhalte verdienen Beachtung: Texte in der Benutzeroberfläche, Sicherheitshinweise, Helpdesk- und Support-Materialien, Formulare und Onboarding-Abläufe prägen die Art und Weise, wie Benutzer mit Ihrer Plattform interagieren. Wenn diese Texte inkonsistent oder veraltet sind, können sie Verwirrung stiften oder sogar zu Compliance-Lücken führen. Beispielsweise kann eine Support-Seite, die auf alte Datenaufbewahrungspraktiken verweist, oder ein Onboarding-Bildschirm, der veraltete Terminologie verwendet, Nutzer unbeabsichtigt in die Irre führen. Eine mehrsprachige Überprüfung stellt sicher, dass jeder Kontaktpunkt Ihren aktuellen Richtlinien folgt und Ihr Bekenntnis zur Transparenz bestätigt.

Eine einfache Checkliste für den Einstieg

Bevor Unternehmen eine vollständige Prüfung durchführen, können sie mit einer einfachen internen Überprüfung beginnen: Ermitteln Sie zunächst, welche Dokumente übersetzt wurden, wann sie zuletzt aktualisiert wurden und ob die übersetzten Versionen mit der aktuellen deutschen Originalfassung übereinstimmen. Viele Unternehmen stellen fest, dass ihre Datenschutzrichtlinie vor sechs Monaten aktualisiert wurde, die spanische oder englische Version jedoch noch eine ältere Fassung enthält. Bewerten Sie als Nächstes, ob Ihre Übersetzungen die aktuelle Terminologie widerspiegeln. Die Sprache des Datenschutzes entwickelt sich schnell weiter – Begriffe wie „berechtigtes Interesse“, „Datenübertragbarkeit“ oder „Widerruf der Einwilligung“ müssen präzise und konsistent übersetzt werden. Wenn Ihr Unternehmen in neue Märkte expandiert, neue Funktionen hinzugefügt oder Datenverarbeitungs-Partner gewechselt hat, müssen Ihre mehrsprachigen Materialien möglicherweise aktualisiert werden. Überprüfen Sie abschließend, ob Ihre Übersetzungen von Fachleuten angefertigt wurden, die mit der Terminologie des Datenschutzes vertraut sind. Automatisierte Übersetzungen durch KI übersehen oft Nuancen, die im rechtlichen und Compliance-Kontext von Bedeutung sind.

Unterstützung für Unternehmen in den Bereichen Datenschutz, Industrie und E-Commerce

Da Unternehmen sich in einem immer komplexer werdenden regulatorischen Umfeld bewegen, entscheiden sich viele für eine Zusammenarbeit mit Spezialisten, die sowohl die sprachlichen als auch die rechtlichen Aspekte der Datenschutzkommunikation beherrschen. Unser Team unterstützt Unternehmen aus den Bereichen Datenschutz, Industrie und E-Commerce mit präzisen, rechtskonformen und auf die tatsächliche Benutzererfahrung zugeschnittenen Fachübersetzungen. Ganz gleich, ob Sie Ihre Datenschutzerklärung aktualisieren, ein Cookie-Banner neu gestalten oder mehrsprachige Onboarding-Prozesse vorbereiten – wir sorgen dafür, dass Ihre Inhalte klar, konsistent und für ein globales Publikum geeignet sind.

Fazit

Der Europäische Datenschutztag ist mehr als eine symbolische Erinnerung. Er ist eine konkrete Gelegenheit, die mehrsprachige Compliance-Grundlage Ihres Unternehmens zu stärken. In einer Welt, in der Nutzer Klarheit erwarten und Regulierungsbehörden Transparenz fordern, sind präzise und aktuelle Übersetzungen unerlässlich. Das gilt insbesondere für digitale Dienste, die mühelos Ländergrenzen überschreiten. Durch die regelmäßige Überprüfung Ihrer Datenschutzmaterialien und die Sicherstellung konsistenter Inhalte über alle Sprachen hinweg stärkt Ihr Unternehmen das Vertrauen und reduziert Risiken. Hochwertige Übersetzungen tragen dazu bei, Nutzern weltweit ein besseres Erlebnis zu bieten.



Sources:

 


autor_eurotext_100Autor: Eurotext Redaktion

Wir erklären, wie Internationalisierung funktioniert, geben Tipps zu Übersetzungsprojekten und erläutern Technologien und Prozesse. Außerdem berichten wir über aktuelle E-Commerce-Entwicklungen und befassen uns mit Themen rund um Sprache.

 

Bitte beachten Sie: Auch wenn wir in unseren Beiträgen gelegentlich Rechtsthemen ansprechen, stellen diese keine Rechtsberatung dar und können eine solche auch nicht ersetzen. Wenn Sie konkrete Fragen haben, lassen Sie sich bitte von einem Anwalt beraten.