Eine auf dem Open-Source-Content-Management-System Typo3 basierende Website zu übersetzen, ist relativ unkompliziert. Dennoch gibt es einige grundlegende Dinge zu beachten. Ziel ist es, alle Texte der Webseite zu erfassen, um sie dem Übersetzungsbüro für eine professionelle Analyse zuschicken zu können. Das beinhaltet auch Inhalte, die für den Nutzer auf den ersten Blick nicht erkennbar aber für  Suchmaschinen relevant sind. Darunter fallen Metabeschreibungen, Linktexte und ALT-Tags.

Das Kopieren der Texte aus dem Browser nach Word oder in ähnliche Zwischenformate ist nicht zu empfehlen, da ein Großteil der Texte nicht erfasst wird und das Fehlerpotential sehr hoch ist. Der fremdsprachige Benutzer der Seite wird durch verschiedene Sprachen in der Seitennavigation (z.B. bei Linktexten oder Bildern) irritiert, Suchmaschinen zeigen ungewollt einen Sprachenmix in den Suchergebnissen an oder werten die Seite aufgrund der uneindeutigen Sprache gleich ganz ab. Wenn Sie eine Webseite übersetzen, bieten XML-Exporte den zusätzlichen Vorteil, dass die übersetzten Daten direkt als neue Sprachversion der Seite importiert werden können. Dadurch entfällt die Zeit für das manuelle Kopieren der Texte im Backend des Content-Management-Systems.

1. Schritt: Das richtige Werkzeug

Für den Export der Daten ist es sinnvoll, die bereits vorhandene Erweiterung l10nmgr (Localizationmanager) einzusetzen. Dabei werden die Texte der Typo3 Webseite als XML für die professionelle Übersetzung exportiert und können an den Übersetzungsdienstleister weitergegeben werden. Der l10nmgr liefert zum XML die entsprechenden Filter für alle gängigen CAT-Tools (Computer Assisted Translation) wie zum Beispiel SDL Trados oder memoQ mit. CAT-Tools und Translation-Memory-Systeme werden zur Qualitätssteigerung und Kostensenkung eingesetzt.

Wichtig: Alle Installationen im Content-Management-System sollten durch erfahrene Typo3-Entwickler durchgeführt werden.

2. Schritt: Den Export vorbereiten

Vor Beginn der Übersetzung muss die Erweiterung l10nmgr installiert werden. Wegen der Umlaute Ä, Ü und Ö im Deutschen ist es wichtig, dass das CMS UTF-8 codiert ist. Auch die Sprachen sollten vor dem ersten Export vordefiniert sein, da der l10nmgr für den Export und Import der XML-Dateien auf die Einstellungen von Typo3 zurückgreift. Falls regelmäßig Übersetzungen erfolgen (z.B. Pressemeldungen, News und Produktinformationen), können verschiedene Exporteinstellungen vordefiniert werden.

3. Schritt: Die Übersetzung

Sind alle Vorbereitungen abgeschlossen, werden die Inhalte der Webseite über den l10nmgr exportiert. Die Erweiterung erzeugt dabei eine XML-Datei, die nach der Ausgangs- und Zielsprache benannt ist. Dabei ist es wichtig, dass der Export auf Validität überprüft wird, da Fehlermeldungen in der XML-Datei als zusätzlicher Text erscheinen und die Analyse verfälschen können. Durch zusätzlichen Text entstehen Mehrkosten bei der Übersetzung und der Import der neuen Sprachversion kann Probleme bereiten. Filter für die Bearbeitung der Daten werden in der Erweiterung zum Download angeboten und sollten zusammen mit dem Export zur Übersetzung geschickt werden.

 

(Dieser Text wurde bereits in ähnlicher Form auf www.eurotext.de veröffentlicht.)

 

autor_eurotext_100Autor: Eurotext Redaktion

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