In den ersten beiden Teilen unserer Reihe “SEO bei mehrsprachigen Websites und Onlineshops” haben Sie bereits erfahren, wie mehrsprachige Seiten aufgebaut werden sollten, was für Probleme bei der Sprachauswahl lauern und wo sich überall SEO-relevante Inhalte verstecken, die man bei der Übersetzung gerne vergisst.

In Teil 3 geht es um die Optimierung regionaler Suchergebnisse mittels Geotargeting, mehrsprachiges Linkbuilding, die richtige Übersetzung von Keywords und Metaangaben sowie das Risiko, das sich hinter mehrfachem Content verbirgt.

Geotargeting und lokale Suchergebnisse

Suchmaschinen bewerten Websites und Onlineshops häufig auch nach ihrer räumlichen Nähe. Denn wenn jemand in München nach „Pizzeria“ sucht, interessiert er sich wahrscheinlich nicht für italienische Restaurants in Berlin oder Hamburg. Google überprüft deshalb die Server-IPs der Suchergebnisse und bevorzugt jene, die dem Suchenden räumlich am nächsten sind.
Es kann deshalb sinnvoll sein, den Onlineshop auf einem Server im jeweiligen Land zu hosten, um räumliche Nähe zu erzeugen. Außerdem kann in den Google Webmaster Tools über das Geographic Target Tool die geografische Lage des Onlineshops festgelegt werden.

Linkbuilding

Einer der Hauptfaktoren für die Bewertung von Websites sind eingehende Links. Wer häufig verlinkt wird, der verdient eine gute Platzierung, so die Logik der Suchmaschinenbetreiber. Dabei zählt aber nicht nur die schiere Masse, sondern auch die Qualität der Links. Nur wer von „hochwertigen“ Seiten verlinkt wird, wird selbst als hochwertig angesehen. Wer die Adresse seines Shops massenhaft in dubiosen Linkfarmen einträgt oder gar Foren und Blogs damit zuspammt, der wird verständlicherweise abgewertet.

Für mehrsprachige Seiten ist dabei zusätzlich wichtig, dass die Sprache der verlinkenden und der verlinkten Seite identisch ist. Der Link eines italienischen Blogs auf einen niederländischen Webshop überzeugt Google & Co. nicht so sehr wie eine Verlinkung zwischen zwei italienischen Websites.

Beim Linkbuilding sollte deshalb darauf geachtet werden, Links direkt auf die entsprechende Sprachversion zu setzen.

Übersetzung ist nicht gleich Übersetzung

Dass es bei Übersetzungen große Qualitätsunterschiede gibt, ist bekannt. Ein Text, der von einem Laien oder sogar von einem Computerprogramm übersetzt wird, wirkt im besten Fall holprig und ist im schlimmsten Fall sachlich falsch oder komplett unverständlich. Nur ein professioneller und muttersprachlicher Übersetzer ist in der Lage, einen Text so ansprechend in die Zielsprache zu übertragen, dass er nicht wie eine Übersetzung wirkt.

Für die Suchmaschinenoptimierung sind vor allem die Keywords von Bedeutung. Sie entscheiden darüber, ob eine Seite gefunden wird oder nicht. Ein falsch übersetzter Suchbegriff kann über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Deshalb ist es hier noch wichtiger als bei normalen Texten, von Profis übersetzen zu lassen, die den Zielmarkt und die örtlichen Gegebenheiten genau kennen.

Auch muss – genau wie in der Ausgangssprache – penibel darauf geachtet werden, dass die Keywords konsistent übersetzt werden, sich also überall der gleiche Begriff in der gleichen Schreibweise findet.

Duplicate Content

Für Suchmaschinen sind identische Inhalte auf unterschiedlichen Seiten (duplicate Content) ein rotes Tuch. Sie folgern daraus, dass die Texte an anderer Stelle „gestohlen“ oder mit dem Ziel der Manipulation mehrfach verwendet wurden. Die Folge ist eine spürbare Abwertung der betreffenden Seiten.

Wer eine Website oder einen Onlineshop für verschiedene Länder lokalisiert, kann schnell in diese Falle treten, ohne sich dessen bewusst zu sein. Wenn ein Händler beispielsweise zwei getrennte Shops für England und die USA betreibt, dort aber die gleichen Produkte anbietet und mit identischen Texten bewirbt, erkennen Suchmaschinen das und bestrafen die beiden Onlineshops mit einer schlechten Platzierung.

Sollten Sie also mehrere Shops in der gleichen Sprache betreiben, achten Sie genau darauf, die Texte nicht Eins zu Eins zu übernehmen. Machen Sie stattdessen aus der Not eine Tugend und nutzen Sie die Gelegenheit, die Texte für die jeweiligen Märkte zu optimieren, die Kunden direkt anzusprechen und sprachliche Besonderheiten zu berücksichtigen. Auf die Weise vermeiden Sie eine Abwertung durch Google & Co. und stärken das Vertrauen der Kunden in Ihren Webshop.

Quellen:

 


autor_eurotext_100Autor: Eurotext Redaktion

Wir erklären, wie Internationalisierung funktioniert, geben Tipps zu Übersetzungsprojekten und erläutern Technologien und Prozesse. Außerdem berichten wir über aktuelle E-Commerce-Entwicklungen und befassen uns mit Themen rund um Sprache.

 

Bitte beachten Sie: Auch wenn wir in unseren Beiträgen gelegentlich Rechtsthemen ansprechen, stellen diese keine Rechtsberatung dar und können eine solche auch nicht ersetzen. Wenn Sie konkrete Fragen haben, lassen Sie sich bitte von einem Anwalt beraten.