Als Augmented Reality (AR, dt. erweiterte Realität) bezeichnet man die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung, meistens durch eine visuelle Ergänzung oder Überlagerung durch Bild- oder Textinformationen in Echtzeit. Ein Beispiel dafür ist die Einblendung von Entfernungen (z.B. bei Freistößen) während einer Fußballübertragung. Diese Technik eignet sich auch hervorragend für Informations- und Marketingzwecke.

Es gibt zwei Formen der erweiterten Realität, für beide wird eine Kamera benötigt. Zum einen spricht man von ortsbasierter AR. Hier werden mit Hilfe von GPS und im Endgerät verbauten Sensoren die Position und die Blickrichtung des Nutzers ermittelt, um anschließend in Echtzeit Zusatzinformationen über das Videobild zu legen. Zum anderen gibt es objektbasierte AR, die den erweiterten Content nicht über Positionsinformationen lädt, sondern über die Erkennung bestimmter visueller Muster, der so genannten Marker.

Das Smartphone als Schlüssel zur Augmented Reality

Mit einer Kamera, Zugang zum mobilen Internet und einem GPS-Empfänger sind Smartphones die perfekten AR-Systeme. Sie können beispielsweise dafür genutzt werden, Informationen über touristische Orte und sonstige Gebäude abzurufen, in deren Nähe man sich befindet. Außerdem kann man gezielt nach bestimmten Einrichtungen – wie Geldautomaten, Gastronomie, Supermärkten – suchen und sich den Weg dorthin zeigen lassen.

Der Kreativität sind hierbei keine Grenzen gesetzt: So bietet zum Beispiel das Sunshine Aquarium in Toyko eine ganz spezielle Navigationshilfe an: Man kann sich dank Augmented Reality von watschelnden Pinguinen zum Zoo führen lassen:

Was noch vor ein paar Jahren nur in einem Science-Fiction-Film möglich war, ist jetzt dank der weiten Verbreitung von Smartphones fester Bestandteil unseres täglichen Lebens.

Andere Bereiche/Anwendungsmöglichkeiten für AR

Außer den oben genannten Bereichen findet AR auch viele weitere Anwendungsmöglichkeiten. Zum Beispiel könnte dadurch eine Hilfestellung bei komplexen Aufgaben in Konstruktion, Wartung und Medizin gegeben werden, in der Architektur ist eine Visualisierung von Gebäuden möglich. Es gibt auch Apps, die Möbel in die eigene Wohnung projizieren, um besser entscheiden zu können, ob und wo ein neues Möbelstück zu der Einrichtung passen würde:

In der Unterhaltung gibt es bereits einige Möglichkeiten für AR, beispielsweise auf dem Nintendo 3DS, der Xbox 360 mit Kinect und der PS4, um nur einige der mit Kamera ausgestatteten Spielekonsolen zu nennen.

AR in der Werbung

Schon länger bewährt haben sich QR-Codes, die über die Kamera eines Smartphones eingelesen werden können und den Nutzer direkt auf eine Webseite führen, auf der sie weitere Informationen oder ein Zusatzangebot in Form von Videos, Gewinnspielen und ähnliches finden. Verbreitet sind solche QR-Codes vor allem auf Plakaten, Produktverpackungen und in Artikeln oder Werbeanzeigen in Zeitungen und Magazinen. Da QR-Codes in diesen Fällen aber hauptsächlich dazu dienen, Internetadressen zu verschlüsseln, kann man hier nicht wirklich von erweiterter Realität sprechen. AR-Browser – Apps, um AR-Content anzuzeigen – nutzen Marker, um Zusatzcontent zu entschlüsseln und anzuzeigen. Dies können alle möglichen visuellen Information sein, die meistens auf einen bestimmten Bereich beschränkt sind. Zwar können auch QR-Codes als Marker fungieren, meistens werden aber Bilder gewählt, die sowieso in einem Artikel, einem Katalog oder einer Werbeanzeige vorhanden sind. Häufig werden 3D-Modelle der Produkte – oft auch animiert – über den Markern eingeblendet. Diese Möglichkeit, AR zu Informationszwecken zu nutzen, bietet beispielsweise Lego an. Hier kann sich der potentielle Kunde die Spielsachen nicht nur als statisches Foto im Katalog anzuschauen, sondern direkt darüber eine animierte 3D-Version betrachten.

Für die Werbebranche ist vor allem diese Form der objektbasierten AR interessant, da so Platz und somit Druckkosten eingespart werden können. Außerdem macht der Spaßfaktor solche Werbung interessanter für Kunden.

Quellen: