{"id":9252,"date":"2024-06-11T07:26:45","date_gmt":"2024-06-11T05:26:45","guid":{"rendered":"https:\/\/eurotext-ecommerce.com\/?p=8418"},"modified":"2024-09-30T08:43:37","modified_gmt":"2024-09-30T06:43:37","slug":"e-commerce-in-den-usa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eurotext.de\/blog\/e-commerce-in-den-usa\/","title":{"rendered":"E-Commerce in den USA"},"content":{"rendered":"
Die Vereinigten Staaten von Amerika <\/strong>sind ein gro\u00dfer E-Commerce-Markt und ein interessantes Expansionsziel f\u00fcr deutsche Unternehmen. Was den E-Commerce in den USA<\/strong> generell auszeichnet und was Unternehmen im Hinblick auf den digitalen Handel beachten m\u00fcssen, zeigen wir hier.<\/p>\n Die Vereinigten Staaten von Amerika, abgek\u00fcrzt USA, sind der drittgr\u00f6\u00dfte Staat der Erde nach Russland<\/a> und Kanada<\/a> mit einer Fl\u00e4che von ca. 9,8 Mio. km\u00b2. Die f\u00f6derale Republik besteht aus 50 Bundesstaaten; die 48 sog. Contiguous United States<\/em> sowie der District of Columbia<\/em> mit der Hauptstadt Washington und der Bundesstaat Alaska liegen auf dem nordamerikanischen Kontinent, der Bundesstaat Hawaii und die US-amerikanischen Inselterritorien liegen im Pazifik bzw. der Karibik. Die Gesamtheit der 49 Bundesstaaten auf dem nordamerikanischen Kontinent grenzt im Norden an Kanada, im S\u00fcden an Mexiko.<\/p>\n In den USA leben \u00fcber 331 Mio. Menschen, fast so viele wie in der gesamten Europ\u00e4ischen Union. Nur noch China<\/a> und Indien<\/a> beheimaten mehr Menschen. In den weltweit ber\u00fchmten US-amerikanischen Metropolen an der Ost- und Westk\u00fcste des Landes, die von ihrer urbanen Architektur und den charakteristischen Wolkenkratzern gepr\u00e4gt sind, leben Millionen von Menschen. Die wohl bekannteste US-amerikanische Stadt ist New York City, die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates an der Ostk\u00fcste. Weitere bedeutende Gro\u00dfst\u00e4dte sind Los Angeles und San Francisco im Westen, Chicago und Boston im Nordosten und Dallas, Houston und Miami im S\u00fcden. Die Liste lie\u00dfe sich lange fortsetzen.<\/p>\n Der Lebensstandard in den USA ist hoch. Mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von rund 27,4 Bio. US-Dollar sind die USA die nominal gr\u00f6\u00dfte Wirtschaftsmacht der Welt, gefolgt von China<\/a>, Japan<\/a>, Deutschland<\/a> und Indien<\/a>. Kaufkraftbereinigt liegt das BIP pro Kopf bei rund 81.600 US-Dollar (vgl. Deutschland: 64.100 US-Dollar; \u00d6sterreich: 66.900 US-Dollar). Gemessen am HDI, dem Wohlstandindikator der Vereinten Nationen, sind die USA mit einem Wert von 0,921 das 21. Land der Welt nach menschlicher Entwicklung (vgl. Deutschland: 0,942; \u00d6sterreich: 0,916).<\/p>\n Die US-Wirtschaft st\u00fctzt sich auf den Dienstleistungssektor, den Handel und das verarbeitende Gewerbe. Vor allem das Finanz- und Versicherungswesen tr\u00e4gt wesentlich zum nationalen BIP bei. Der Dienstleistungssektor im engeren Sinne tr\u00e4gt zu 77 Prozent zum BIP bei. Rund 18 Prozent entfallen auf das produzierende Gewerbe.<\/p>\n Die wichtigsten Handelspartner der USA sind Kanada<\/a> (Exporte: 17,48 %; Importe: 13,56 %), Mexiko<\/a> (E: 16,01 %; I: 15,15 %) und China<\/a> (E: 7,32 %; I: 14,14 %). Auch Deutschland<\/a> ist ein wichtiger Export- und Importland (E: 3,79 %; I: 5,14 %). Aus Deutschland werden vor allem Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeugteile, Maschinen sowie pharmazeutische Erzeugnisse in die USA exportiert.<\/p>\n Der US-Dollar (USD) ist die offizielle W\u00e4hrung der USA und auch in vielen anderen L\u00e4ndern der Welt das offizielle Zahlungsmittel. 1 US-Dollar ist unterteilt in 10 Dime und 100 Cents. Der aktuelle Umrechnungskurs betr\u00e4gt 1,08 US-Dollar f\u00fcr einen Euro (Stand: 10.06. 2024).<\/p>\n Neben der unterschiedlichen W\u00e4hrung m\u00fcssen Reisende aus Deutschland auch die Zeitverschiebung beachten: Aufgrund der Gr\u00f6\u00dfe des Landes betr\u00e4gt diese zwischen 6 Stunden (Ostk\u00fcste) und 9 Stunden (Westk\u00fcste). Wenn es in New York 9.00 Uhr ist, ist es in Berlin 15.00 Uhr.<\/p>\n F\u00fcr eine erfolgreiche Expansion in die USA spricht neben den guten Beziehungen zu Deutschland und der leicht zu \u00fcberwindenden Sprachbarriere auch die sehr hohe Internetverbreitung. Zugang zum Internet haben nach Angaben von Statista 311 Mio. US-B\u00fcrgerinnen und -B\u00fcrger. Im Ranking von Freedom House (2023) zum Grad der Internetfreiheit liegen die USA mit 76 Indexpunkten auf Platz 12, hinter Deutschland, Japan, Australien und Frankreich (jeweils 77) und vor Italien (75).<\/p>\n Mehr als 276 Mio. US-amerikanische Internetnutzerinnen und -nutzer nutzen das Internet vorzugsweise von einem mobilen Endger\u00e4t aus. F\u00fcr 89 Prozent ist dies ein Smartphone, f\u00fcr 41 Prozent ein Tablet. Die Suchmaschine Google mit dem eigenen Browser Google Chrome hat mit einem Marktanteil von rund 60 Prozent in den USA die meisten Nutzerinnen und Nutzer. Dahinter folgen Safari, Microsoft Edge und Firefox. Auch soziale Netzwerke erfreuen sich in den USA gro\u00dfer Beliebtheit. Facebook wird von rund 181 Mio. Menschen genutzt, Instagram von rund 126 Mio. Bei den beliebtesten Marktpl\u00e4tzen dominieren in den USA die inl\u00e4ndischen Akteure Amazon, eBay, Wallmart, Etsy und Target.<\/p>\n Digital verkauft werden in den USA vor allem Elektroartikel sowie Kleidung, Lebensmittel, M\u00f6bel und Medien. Auch Produkte f\u00fcr K\u00f6rperpflege und Haushalt finden h\u00e4ufig \u00fcber E-Commerce-Kan\u00e4le den Weg zum Verbraucher. Die \u00fcberwiegende Mehrheit der Transaktionen wird innerhalb der Vereinigten Staaten abgeschlossen. Der grenz\u00fcberschreitende Handel mit Endverbrauchern \u00fcber das Internet macht nur einen minimalen Anteil des US-amerikanischen E-Commerce aus.<\/p>\n Hinsichtlich der Beteiligung der Konsumentinnen und Konsumenten gibt es in den USA keine geschlechts- oder altersspezifischen Unterschiede zwischen den Zielgruppen. Laut Daten von Statista beteiligen sich hier M\u00e4nner und Frauen aller Altersgruppen gleicherma\u00dfen am E-Commerce. Etwas aktiver sind die jungen Erwachsenen zwischen 25 und 34 Jahren, gefolgt von den 35- bis 44-J\u00e4hrigen und den 45- bis 54-J\u00e4hrigen. Dies d\u00fcrfte die digital affinste und f\u00fcr Unternehmen, die ihre Produkte \u00fcber E-Commerce-Kan\u00e4le anbieten, interessanteste Zielgruppe sein.<\/p>\n Auch wenn die meisten Transaktionen nach wie vor am Desktop abgeschlossen werden, kaufen immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten Produkte \u00fcber mobile Endger\u00e4te, vor allem \u00fcber Smartphones. F\u00fcr einen erfolgreichen Markteintritt in den USA ist daher \u2013 neben der sprachlichen Lokalisierung \u2013 die Optimierung des eigenen Online-Shops f\u00fcr mobile Endger\u00e4te unerl\u00e4sslich.<\/p>\n Die Kredit- oder Debitkarte ist auch in den USA das beliebteste Zahlungsmittel beim digitalen Einkauf. Auch das kontaktlose Bezahlen per Smartphone, zum Beispiel \u00fcber sogenannte E-Wallets, erfreut sich einer langsam, aber stetig wachsenden Nutzerzahl. Weniger beliebt ist hingegen das Bezahlen per Lastschrift und die Bank\u00fcberweisung.<\/p>\n Die USA sind de facto ein \u00fcberwiegend englischsprachiges Land. Englisch<\/a> ist die am weitesten verbreitete Weltsprache und wird von rund 240 Mio. Menschen als Muttersprache gesprochen. Wie einige andere Sprachen, die in mehreren L\u00e4ndern gesprochen werden, wie Spanisch<\/a>, Italienisch<\/a> und Franz\u00f6sisch<\/a> (oder auch Deutsch<\/a>), ist Englisch eine plurizentrische Sprache. Das bedeutet, dass es mehrere Varianten des Englischen gibt, die sich in Wortschatz, Aussprache und zum Teil auch in der Grammatik leicht voneinander unterscheiden, aber nebeneinander existieren und alle als \u201eoffizielle\u201c Varianten derselben Sprache gelten. Dank einer florierenden Film- und Musikproduktion wird die amerikanische Variante des Englischen in fast allen L\u00e4ndern der Welt verstanden und in vielen internationalen Schulen mit Englisch als Unterrichtssprache gelehrt.<\/p>\n Die USA waren (und sind) ein Einwanderungsland. Dies spiegelt sich in der Heterogenit\u00e4t der amerikanischen Bev\u00f6lkerung wider \u2013 auch in Bezug auf die Sprachgruppen. Neben Englisch werden in den USA viele weitere Sprachen gesprochen. Die am weitesten verbreitete Sprache ist Spanisch. Vor allem in den s\u00fcdlichen Bundesstaaten wird Spanisch von \u00fcber 40 Mio. Menschen gesprochen. Es folgen Chinesisch (3,4 Mio.), Tagalog (1,7 Mio.), Vietnamesisch (1,5 Mio.) und Arabisch (1,2 Mio.). Die englische Sprache vermittelt zwischen all diesen unterschiedlichen Kulturen und sorgt f\u00fcr den Zusammenhalt des Melting Pot<\/em>.<\/p>\n F\u00fcr den E-Commerce ist das ein klarer Vorteil. US-Konsumentinnen und -Konsumenten sind f\u00fcr deutsche Unternehmen \u00fcber die englische Sprache gut erreichbar. F\u00fcr einen erfolgreichen Markteintritt in den USA empfiehlt sich eine landesspezifische \u00dcbersetzung nicht nur im Hinblick auf eine zielgerichtete Kommunikation, z. B. bei Marketingtexten, sondern auch aufgrund der anderen W\u00e4hrung und der Ma\u00dfeinheiten, die eine Umrechnung notwendig machen.<\/p>\n F\u00fcr bestimmte Produktkategorien, darunter landwirtschaftliche Erzeugnisse, Lebensmittel, Arzneimittel und Medizinprodukte sowie chemische Erzeugnisse und Fahrzeuge, gelten in den USA besondere Einfuhrbestimmungen. Dar\u00fcber hinaus kann die Einfuhr bestimmter Produkte Quotenregelungen unterliegen.<\/p>\n Der US-Zoll unterscheidet zwischen absolute quotas und tariff-rate quotas. Bei ersteren d\u00fcrfen nach Erreichen einer bestimmten Menge oder eines bestimmten Zeitraums keine weiteren Waren mehr eingef\u00fchrt werden, bei letzteren darf zun\u00e4chst nur eine bestimmte Menge von Waren zu einem erm\u00e4\u00dfigten Zollsatz und danach unbegrenzt weitere Mengen zum Standardzollsatz eingef\u00fchrt werden. Als Bemessungsgrundlage kann der Warenwert einschlie\u00dflich der seem\u00e4\u00dfigen Verpackung, das Gewicht oder die St\u00fcckzahl der Waren oder eine Kombination beider Kriterien herangezogen werden. Der Zollsatz liegt im Durchschnitt bei f\u00fcnf Prozent und ist damit relativ niedrig.<\/p>\n Die USA haben weder mit Deutschland noch mit anderen EU-L\u00e4ndern ein Handelsabkommen abgeschlossen. Das Trade in Services Agreement (TiSA), an dem 23 Parteien, darunter die EU, Gro\u00dfbritannien und die USA, teilnehmen sollen, zielt auf die Liberalisierung bestimmter Wirtschaftssektoren wie Banken, Finanzen, Gesundheit und Transport ab. Die Verhandlungen \u00fcber das Abkommen sind seit 2013 im Gange.<\/p>\n Die USA sind gro\u00df. Ebenso gro\u00df ist das Potenzial f\u00fcr den E-Commerce. Auf einer Fl\u00e4che von fast 10 Mio. Quadratkilometern umfassen die USA 50 Bundesstaaten. Man kann also nicht davon ausgehen, dass \u00fcberall in den USA die gleichen idealen Voraussetzungen f\u00fcr einen erfolgreichen Markteintritt gegeben sind wie in den gro\u00dfen Metropolen an der Ost- und Westk\u00fcste. Aber insgesamt ist das Land aus Sicht deutscher Unternehmen ein naheliegendes Expansionsziel. Deutschland ist bereits einer der vielen Handelspartner der USA, die Wirtschaftsbeziehungen zwischen USA und EU sind eng. In den USA boomt der digitale Handel, beg\u00fcnstigt durch schnelles Internet und die Pr\u00e4senz gro\u00dfer Player. Die Sprachbarriere ist f\u00fcr europ\u00e4ische Wettbewerber leicht zu \u00fcberwinden. Etwas m\u00fchsamer gestaltet sich der Importprozess \u2013 vor allem wegen der gro\u00dfen Entfernung, die Deutschland vom nordamerikanischen Kontinent trennt, und wegen anderer Regelungen und Vorschriften, die sich von den europ\u00e4ischen unterscheiden und den Import bestimmter Produktkategorien einschr\u00e4nken. Insgesamt \u00fcberwiegen jedoch die Vorteile.<\/p>\nZahlen und Fakten, Wirtschaft, Export- und Importpartner, W\u00e4hrung, Uhrzeit<\/h2>\n
Internetnutzung, Kaufverhalten, Branchen, Zahlungsarten<\/h2>\n
Sprache<\/h2>\n
Wissenswertes zu Einfuhrbestimmungen, Zollsatz, Handelsabkommen<\/h2>\n
Fazit<\/h2>\n
Quellen<\/h2>\n
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Weiterf\u00fchrende Links<\/h2>\n