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Was kann da schon schiefgehen?

Boris ZielonkaBoris Zielonka ist bei der Eurotext AG für Marketing und Vertrieb verantwortlich. Hier berichtet er über seine Erfahrungen bei der Übersetzung unserer Webseite eurotext.de:

 

Wir übersetzen täglich Webseiten und Onlineshops für unsere Kunden. Irgendwann habe ich mit dem Zählen aufgehört, einige hundert sind es inzwischen bestimmt. Von der Größenordnung ist so ziemlich alles dabei: Kleine Seiten mit 1-2 Sprachen (hauptsächlich Englisch, Französisch und Spanisch, oft auch Italienisch, Niederländisch und Russisch). Und auch große Shops und die Lokalisierung von mehr als 15 Sprachen und hunderttausenden von Produkten. Im Rahmen meiner Arbeit berate ich im Vorfeld solcher Projekte, gebe Tipps und greife auf viele Erfahrungen aus dieser Menge großer und kleiner Aufträge zurück.

Von den Themen internationales SEO über technische Strukturen der Seite bis hin zum Übersetzungsprozess selbst und der Auswahl der passenden Übersetzerteams – das beherrschen wir hier bei Eurotext.

Allerdings muss ich zugeben: „Wissen, wie es geht“ und „Es selbst richtig machen“ sind zwei vollkommen unterschiedliche Paar Schuhe.

Es ist daher nur fair, dass wir auch einmal von unseren eigenen Projekten und allen Stolpersteinen berichten. Von Herausforderungen, die man vollkommen unterschätzt. Von Lösungen, die erstaunlich gut funktionieren, und von Arbeitsschritten, mit denen man eigentlich gar nicht gerechnet hatte. Hier geht es also nicht um das Thema Sprache, sondern um die Organisation drum herum.


Die Webseite mit einem eigenen Plugin übersetzen

Nachdem wir verschiedene Systeme durchprobiert hatten, sind wir vor einigen Jahren beim Web-CMS WordPress gelandet. Die Handhabung ist einfach und das System unglaublich weit verbreitet. Es gibt dafür  auch schon verschiedene Übersetzungsplugins – diese Tatsache hat es für uns doppelt interessant gemacht. Allerdings haben wir mit diesen Plugins in vielen Projekten eher durchwachsene Erfahrungen gemacht. Auf der Suche nach der perfekten technischen Lösung haben wir uns deshalb für die Entwicklung eines eigenen Plugins entschieden. Dieses Plugin ist auch die Grundlage unserer Übersetzungsarbeiten.

Idee: Wir übersetzen WordPress-Seiten in unglaublich viele Sprachen.

Problem: Wie bauen wir die Seiten überhaupt auf und was muss das Plugin können?

Lösung: Eigenes Plugin für eine Struktur basierend auf einer WordPress-Multisite (Seitennetzwerk)

Für die Entwicklung des Plugins haben wir die Experten von Inpsyde als Partner gewonnen. Als WordPress-VIP-Agentur ist Inpsyde dafür perfekt geeignet. Außerdem waren sie zu dem Zeitpunkt ohnehin schon am Überlegen, wie man Mehrsprachigkeit und eine vernünftige Übersetzungslösung in WordPress integrieren könnte. Dadurch hatten sie bereits einen guten Ansatz – die Idee mit der Multisite kam logischerweise von Robert. Danke nochmal!


Exkurs: Die Multisite – Die WordPress-Webseite übersetzen

WordPress ist ein großartiges System, es beherrscht Übersetzungen und Mehrsprachigkeit bislang aber nicht wirklich gut. (Spoiler: Das kommt aber.) Dieses fehlende Verständnis ist aus meiner Sicht ein kulturelles Problem von Software „Made in USA“. Magento macht das nicht wirklich besser und hat mit Magento 2 die Chance versäumt, daran endlich etwas zu ändern. Für Interessierte gibt es hier einen Link zum Thema Magento und Mehrsprachigkeit.

Alle bisher existierenden Plugins gehen in der Regel so vor, dass die Übersetzungen in einer eigenen Plugin-Datenbanktabelle gespeichert werden. Das funktioniert meist nicht so, wie die WordPress-Richtlinien es eigentlich vorsehen, was zu einer Reihe von Problemen führen kann. Außerdem ist es schwer, einen Prozess darauf aufzubauen. Wir möchten “Copy&Paste” oder “per E-Mail schicken” unbedingt vermeiden. Die gespeicherten Daten selbst sind für unsere professionellen Übersetzungssysteme auch eher mittelmäßig geeignet, wir müssen in der Regel eine ganze Menge Arbeit in Engineering und Datenvorbereitung stecken, bevor wir überhaupt mit der Übersetzung der Webseite beginnen können.

WordPress Multisite

Und was passiert mit den Übersetzungen, wenn das Plugin nicht mehr unterstützt wird? Wir hatten die Thematik bereits in einer Blogreihe behandelt. Wer sich einlesen möchte, findet alle weiteren Infos hier:

Unser eigenes Plugin sollte das alles lösen können, eine noch sehr frühe Variante findet ihr übrigens im Pluginverzeichnis auf WordPress.org.


Erste Schritte oder „Oje, das wollten wir doch eigentlich noch ändern“

Die Übersetzung der Webseite ist wie eine Art Frühjahrsputz für die eigenen Inhalte: Übersetzungen kosten Geld (auch für uns bei Eurotext). Deshalb lohnt es sich, einen genauen Blick auf die existierenden Inhalte zu werfen. Man beginnt auf einer Seite, arbeitet sich weiter durch und stellt irgendwann fest, dass das alles eigentlich gar nicht mehr so richtig aktuell ist.

Nachdem wir schon lange redaktionelle Änderungen geplant hatten, mussten diese erst einmal umgesetzt werden. Also Texte anpassen, neue Bilder auswählen – oder wie in unserem Fall, erst einmal alles umwerfen und neu aufbauen. Das passiert sehr häufig, wenn man seinen aktuellen Wissensstand im Marketing unterbringen möchte. An dieser Stelle unterscheiden sich klassische Unternehmensseiten und Onlineshops deutlich, da letztere in der Regel deutlich aktueller und besser gepflegt sind. Onlineshops müssen dagegen deutlich mehr Aufwand in die Beantwortung der Frage investieren, WELCHE Inhalte übersetzt werden sollen. Das nur so am Rande.

Erkenntnis Nummer 1:
Sorge vor dem Start der Übersetzung dafür, dass alle Inhalte auf dem aktuellsten Stand sind.

Drei Wochen und viele Stunden harter Arbeit später folgt direkt:

Erkenntnis Nummer 2:
Überleg dir im Vorfeld, welche Inhalte übersetzt werden sollen. Bedenke, dass mehrere Sprachen auf einer einzelnen Inhaltsseite nicht gut funktionieren und ändere es.

Konkret bedeutete das für unsere Seite, dass wir einige Bereiche von der Übersetzung ausgeschlossen hatten. Die Presseinformationen beispielsweis waren bereits auf Englisch und Deutsch vorhanden. Da musste nur das Drumherum angepasst werden. Und das manuell, da kein Plugin der Welt erkennt, was man übersetzen will und was nicht. Diese Entscheidung muss man tatsächlich selbst treffen. Mit viel Bedacht. Inzwischen wurden sogar die Inhalte zweier Webseiten auf der www.eurotext.de verheiratet, was uns viel Zeit gekostet hat.

Außerdem haben wir uns dazu entschieden, die langen SEO Texte erst einmal auszulassen und die Performance der Seite in den einzelnen Sprachen zu bewerten. Oh Moment. SEO. Mist.

Erkenntnis Nummer 3: Nur du weißt, welche Inhalte übersetzt werden sollen. Nicht deine Agentur, nicht dein Plugin.


Die Webseite übersetzen und die Sache mit der Suchmaschinenoptimierung

Onpage SEO ist sehr wichtig und bedeutet eine Menge Fleißarbeit. Mit den passenden Tools erkennt man kritische Stellen sehr schnell. Wer den Screaming Frog noch nicht kennt, sollte sich schnellstmöglich damit befassen. Man findet sehr schnell fehlende oder komische Titel (das passiert tatsächlich), doppelte H1 und undurchsichtige Headline-Strukturen und zu lange Metabeschreibungen. Wer also schon mitten im Frühjahrsputz ist, kann auch direkt die SEO-Basics anpacken. Das ist erstmal nervig, lohnt sich aber. Vor allem entdeckt man in Bereichen, die seit langer Zeit nicht mehr bearbeitet wurden, die eine oder andere unangenehme Überraschung nach dem Motto: „Warum ist da keine H1. Oh, das Template war anscheinend kaputt“.

Außerdem ist dank Yoast das Thema internationales SEO in WordPress sehr gut gelöst. Noch das Tracking, Analytics und – fertig!

Erkenntnis Nummer 4: Mach zuerst deine SEO Hausaufgaben, damit die Grundlagen in die Übersetzung mitgenommen werden können. Suchmaschinenoptimierung mach Spaß. Genieße das Gefühl, alles noch einmal geprüft zu haben.


Endlich: Die Übersetzung der Webseite startet

Zusammenfassend hatten wir bisher folgende Dinge erledigt:

  • Das Seitennetzwerk wurde aufgebaut und konfiguriert
  • Die Seitenstruktur wurde auf den aktuellsten Stand gebracht
  • Inhalte wurden angepasst und überarbeitet, Ergänzungen eingearbeitet

Es wurden die SEO-Basics nachgezogen:

  • Alle Überschriften sind da und die Struktur passt
  • Bilder wurden umbenannt oder haben endlich Inhalte bekommen
  • Titel wurden ergänzt
  • Metadescriptions sind umgetextet
  • Snippets sind optimiert und Störer eingebaut

… es kann losgehen.


Die Rankings stürzen ab. Was ist da los?

Und dann an einem Montagmorgen plötzlich das böse Erwachen: Die Rankings schmieren ab. Eigentlich sollte das Gegenteil der Fall sein, ist es aber nicht. Eine kurze Panikattacke! Nach dem ersten Kaffee beginnt die Recherche.

Eigentlich alles normal, dann folgt die Erkenntnis: Durch den Aufbau des Seitennetzwerks und die Tests der Konfiguration der Sprachen (wir waren ja noch parallel in der Plugin-Entwicklung) haben wir Kopien der Originalseite für die jeweiligen Sprachen angelegt. Um es deutlich zu sagen: 1:1-Kopien, identische Inhalte, also Duplicate Content.

Infos zum Thema gibt es quasi überall, hier direkt der Link zu Google: https://support.google.com/webmasters/answer/66359?hl=de[

Nachdem ich vor einiger Zeit bereits brav die Sitemaps bei Google für die einzelnen Sprachen angemeldet hatte (Englisch, Französisch, Niederländisch, Spanisch, Italienisch …), schaut sich der Crawler gerne meine angebotenen Inhalte an. Und damit auch die exakten Kopien unserer Ausgangstexte. Und natürlich hatten wir im Eifer des Gefechts vergessen, entsprechende Verbote zu setzen.

Die Lösung ist entsprechend simpel: Sitemaps vorläufig entfernen oder entsprechend ein passendes „disallow“ in der eigenen Sitemap setzen (https://wiki.selfhtml.org/wiki/Grundlagen/Robots.txt)

Erkenntnis Nummer 5: Schalte deine Inhalte erst scharf, wenn du auch wirklich möchtest, dass sie jemand anschaut.

Direkt gefolgt von der Erkenntnis Nummer 6: Du hast ein Testsystem. Du predigst das täglich deinen Kunden, also warum nutzt du nicht selbst auch dein Testsystem?!?


Exkurs: Was kostet es, die Webseite zu übersetzen?

Es gibt an dieser Stelle noch zwei generelle Faktoren zu berücksichtigen: Zeit und Geld. Der Faktor Geld kann relativ eindeutig an der Gesamtzahl der Wörter (auch am durchschnittlichen Preis je Wort) auf der Internetseite, sowie der Anzahl der Zielsprachen festgemacht werden. Wie die Textmenge genau analysiert wird, und wie man unnötige Kosten vermeidet, kann man jederzeit hier nachlesen. Oft sind auch das Fachgebiet und das Qualitätsniveau wichtig: Handelt es sich um technische Fachübersetzungen im Rahmen einer Lokalisierung nach Russisch, Chinesisch, Englisch und Französisch? Oder sind es einfache Blogbeiträge im internen Mitarbeitermarketing. Das kommt also wirklich darauf an – und ist an dieser Stelle nicht das Thema. In unserem Fall lohnt sich aber ein ein genauer Blick auf die Zeit abseits der Webseiten-Übersetzungen. Setup, Vorbereitung und Nachbearbeitung.

Generell gilt: Man sollte mit jemandem arbeiten, der technisch spezialisiert ist und mit mehrsprachigen Systemen umgehen kann.

Folgende Schritte müssen vorab geklärt werden:

  • Kann das System Mehrsprachigkeit abbilden?
  • Wie soll die URL- und Domain-Struktur aussehen?
  • Wie kommen die Inhalte raus und wieder rein?
  • Wer führt die Übersetzung durch (interner oder externer Profi)

Insgesamt würde ich tatsächlich ca. 5-7 Werktage für diese Themen als Orga-Puffer in der Planung einbeziehen. Vor allem, wenn die Beteiligten nicht direkt greifbar sind.


Exkurs: Wie lange dauert die Übersetzung?

Das hängt, wie oben bereits geschrieben, vom Umfang der Arbeiten ab. Ein genereller Richtwert: Für die Übersetzung von 5.000 Wörtern sollte man so etwa 3-5 Werktage (Profi) einplanen. Falls man – was ich dringend empfehle – im Vorfeld den genauen Stil festlegt und passende Briefings erstellt, sollte man 2-3 zusätzliche Tage einplanen. Die Nachbearbeitung der Übersetzung in der Webseite dauert je nach Komplexität auch noch eine gewisse Zeit. Fließtexte sind nicht das Problem, jedoch können Formulare und Tools sowie die Bilder und Call-to-Actions etwas kompliziert werden, weil die Laufweiten ggf. nicht mit dem Templating funktionieren.


Happy End: Fazit und alle Erkenntnisse noch einmal am Stück

Am Ende war es dann doch nicht so dramatisch wie wir erst dachten. Mit den Richtigen Arbeitsschritten in der passenden Reihenfolge ist das Thema sehr schnell erledigt. Unsere Webseite ist live, inzwischen haben wir jedoch – statt es vorher zu machen – nochmals das Domainkonzept geändert und zwei Seiten auf der eurotext.de zusammengeführt. Wir durchlaufen also gerade einen Teil des Prozesses nochmal.

Was ich jetzt schon sagen kann: Es wird tatsächlich immer einfacher! Falls ihr Unterstützung bei der Übersetzung der eigenen Webseite benötigt oder euch zum Thema austauschen möchtet, dann helfen wir euch jederzeit gerne.

Als Abschluss noch einmal die Erkenntnisse aus unserem Projekt in der Zusammenfassung:

  • Erkenntnis Nummer 1: Sorg vor dem Start der Übersetzung dafür, dass alle Inhalte auf dem aktuellsten Stand sind.
  • Erkenntnis Nummer 2: Überleg dir im Vorfeld, welche Inhalte übersetzt werden sollen. Bedenke, dass mehrere Sprachen auf einer einzelnen Inhaltsseite nicht gut funktionieren und ändere es.
  • Erkenntnis Nummer 3: Nur du weißt, welche Inhalte übersetzt werden sollen. Nicht deine Agentur, nicht dein Plugin.
  • Erkenntnis Nummer 4: Kümmere dich vorher um dein SEO, damit die Grundlagen in die Übersetzung mitgenommen werden können.
  • Erkenntnis Nummer 5: Schalte deine Inhalte erst scharf, wenn du wirklich möchtest, dass sie jemand anschaut.
  • Erkenntnis Nummer 6: Du hast ein Testsystem. Nutze es!

Professionelle Fachübersetzungen für Webseiten und Onlineshops

Fehlerfrei alleine reicht nicht. Um im harten Onlinegeschäft zu überzeugen, müssen Fachübersetzungen den Kunden ernstnehmen, persönlich ansprechen, überzeugen oder sogar emotionalisieren. Unsere muttersprachlichen Fachübersetzer kennen sich mit den jeweiligen Ländern, Zielgruppen und Gegebenheiten vor Ort perfekt aus und und schaffen so Übersetzungen, die genau das leisten. Wollen Sie mehr erfahren?

Weitere Informationen

 

Das Suchverhalten im World Wide Web ist in hohem Maße lokalisiert. Zudem prägt jede Sprache auch grundsätzlich die Art des Denkens. Die multilinguale Suchmaschinenoptimierung geht also weit über die bloße Übersetzung des Contents hinaus. Im zweiten Teil unseres Themen-Doppels »Internationales SEO« gibt’s von der Eurotext-Redaktion fünf weitere Tipps für eine erfolgreiche SEO-Strategie.

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In unserer Reihe “E-Commerce in …” haben wir schon viele Länder vorgestellt und deren E-Commerce-Märkte beleuchtet. Für Händler, die ihre Produkte oder Dienstleistungen auch Kunden im Ausland anbieten möchten, ist es essenziell, den Markt des Ziellandes zu verstehen und sich darauf einzustellen. Doch wie sieht es eigentlich mit dem E-Commerce-Markt in Deutschland aus? Dieses Mal nehmen wir den heimischen Markt unter die Lupe und zeigen deutsche Besonderheiten auf.

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Laut einer Studie des Baymard Institute brechen rund 70 Prozent der Onlinekunden ihre Einkäufe in der Checkout-Umgebung ab. Doch gerade der Checkout-Prozess ist für Shopbetreiber ein entscheidender Erfolgsfaktor – national wie international. Denn hier wird letztlich das Geschäft gemacht. Wenn ein Kunde dann beim Finale abspringt, ist das bitter. Was also tun?

Der Checkout-Prozess ist ein in sich geschlossenes Ökosystem innerhalb der Customer Journey. Das Problem mit den teilweise erschreckend hohen Abbruchquoten beziehungsweise »Bounce Rates« ist (international) aber oftmals hausgemacht und daher auch vermeidbar. Doch um Optimierungspotenziale innerhalb des Checkout-Prozesses identifizieren zu können, müssen zuerst einmal Daten zu Informationen konvertiert werden. Die Empfehlung lautet: Analysieren Sie Importland und Zielmarkt, recherchieren Sie Ihre Zielgruppe und die lokalen sowie regionalen Besonderheiten. Dabei müssen Shopbetreiber im Zuge ihrer Internationalisierungsstrategie auch bereit sein, vielleicht national bestens funktionierende Strukturen dem Zielland individuell anzupassen und mit deren Markt- und Wirtschaftsbedingungen zu koordinieren. Dazu müssen dann eben auch die sozialen und landestypischen Bedürfnisse und Standards der potenziellen Interessenten erkannt und bedient werden.

Internationale Märkte erschließen – Sicherheit und Vertrauen durch mehr Transparenz

Neben der professionellen Übersetzung des Contents braucht es auch für jedes Zielland ein ganz individuelles Payment-Setup. Gerade mit der neuen EU-Richtlinie PSD2 vor der Brust ist die hochwertige Übersetzung der verschiedenen rechtlichen Bestimmungen und Vorschriften, Spezifikationen zu Zahlungsverfahren (zum Beispiel SEPA-Mandat), Shipping-Kosten etc. unbedingt notwendig. Denn mit Honig fängt man nun mal mehr Fliegen als mit Essig. Oder anders: Mit einem sales-orientierten Checkout-Workflow optimieren Shopbetreiber nicht nur ihre Conversion Rate, sondern »investieren« auch nachhaltig in die Customer Loyalty.

Wer zahlt wie? Jede Jeck ist anders

Grundsätzlich sollten am Checkout verschiedene Bezahloptionen zur Auswahl stehen – vor allem die vom Kunden geforderten. Überhaupt zahlen Onlineshopper am liebsten in einer ihnen vertrauten Währung. Aber auch die Bezahlmethode selbst variiert von Land zu Land. In Deutschland zählt der Rechnungskauf beispielsweise nach wie vor zu den populärsten Zahlungsarten. Also gibt man dem Kunden was er will und akzeptiert. Für den internationalen Cross-Border-Commerce ist dies aus mehreren Gründen, wie beispielsweise wegen unter Umständen langer Transportwege- und zeiten sowie daraus resultierenden Verzögerungen bei der Zahlung, vielleicht nicht die allerbeste Option. Auch wenn Kartenzahlungen bei grenzübergreifenden Transaktionen meist problemlos anerkannt sind, so dominieren auf internationalen Websites doch lokale Zahlungsmethoden. Hier einige Beispiele:

USA

Obwohl die USA die Heimat der großen Tech-Unternehmen Amazon, Google und Apple ist, zahlen Amerikaner immer noch am liebsten per Kredit- und Debitkarte oder Cash. Bei Online-Einkäufen ersetzt das virtuelle Portemonnaie (E-Wallets) das Bargeld.

Großbritannien

Das vereinigte Königreich ist eine der weltweit führenden Volkswirtschaften. Auf der Insel machen Kartenzahlungen das Gros der Online-Zahlungen aus. Auch E-Wallets sind beliebte Optionen. Und weil die Briten immer weniger Bargeld bei sich tragen, arbeitet die örtliche Vereinigung der Straßenmusiker (Busk) in London gemeinsam mit einem Tech-Unternehmen an einer Lösung, die Künstler mit entsprechenden Geräten ausstattet.

China

In China scheint Bargeld weitestgehend von der Straße verbannt. Die am weitesten verbreiteten Zahlungsmethoden sind »Alipay« von Handelsgigant Alibaba und Tencents »WeChat Pay«. Doch auch im Land der Mitte ist die Zahlung per Kreditkarte beliebt.

Frankreich

In Frankreich dominiert Cartes Bancaires die heimische Payment-Szene. CB ist das lokale französische System. Viele Karten verfügen über ein Co-Branding von Cartes Bancaires und Mastercard beziehungsweise Visa.

Niederlande

Die Niederländer käufen oft und gerne auf internationalen Websites ein. Und doch ist die beliebteste Zahlungsmethode iDEAL. iDEAL ist ein einheimisches Interbankensystem, dem alle großen niederländischen Banken angeschlossen sind. Käufer können via iDEAL ihr Bankkonto für Online-Käufe nutzen. Auch der Rechnungskauf und das SEPA-Lastschriftverfahren sind beliebte Bezahlmethoden.

Brasilien

Das größte Land Südamerikas ist zugleich auch der wichtigste Online-Markt Lateinamerikas. Kartenzahlungen sind sehr beliebt und weit verbreitet. Neben den international gängigen Karten ist Elo einer der größten Debit- und Kreditkarten-Anbieter Brasiliens. Auch Boleto (Boleto Bancário) ist eine beliebte nationale Zahlungsmethode.

Australien

Im asiatisch-pazifischen Raum ist Australien das wirtschaftliche Aushängeschild. Auf dem roten Kontinent dominiert eine sehr kartenlastige Zahlungskultur. Neben Kredit- und Debitkarten sind auch E-Wallets und POLi (eine Online-Banking-Methode) populäre Bezahlverfahren.

Tansania

Der ostafrikanische Staat ist eines der bevölkerungsreichsten Länder Afrikas. In Tansania sind Zahlungen per Kreditkarten üblich. Außerdem ist die Zahlungsmethode über Mobilfunknetzbetreiber (zum Beispiel das kenianische M-Pesa) äußerst beliebt. Nutzer können über diese mobilen Zahlungsdienste Geldtransfers, Zahlungen und Mikrofinanzkäufe tätigen.

Fazit

Onlineshopping und Shopping-Vorlieben sind international recht unterschiedlich ausgeprägt. Das zeigt sich auch beim Paymentverhalten. Unternehmen und Onlinehändler sollten sich unbedingt die Mühe machen und mittels Marktstudien, Analysen und Recherche das Paymentverhalten im Zielmarkt eruieren. Denn der Payment-Prozess ist im E-Commerce ein relevantes Entscheidungskriterium. Shopbetreiber sollten sich daher bei der Auswahl möglicher Zahlungsoptionen an der potenziellen Zielgruppe orientieren und auf deren Akzeptanz achten.

 

autor_eurotext_100Autor: Eurotext Redaktion

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